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Oliver Reitz
Oliver Reitz
23.10.2015

WSP-Direktor Oliver Reitz: „Wichtig ist der Blick über den Tellerrand“

Kluge Köpfe, beherzte Macher, mutige Vordenker – das sind einige der Maßstäbe, die die Jury an die unternehmerischen Persönlichkeiten anlegt, die jährlich mit dem Pforzheimer Wirtschaftspreis ausgezeichnet werden. Am Freitag, 30. Oktober, ab 18.30 Uhr, können Bürger an der Preisverleihung im CongressCentrum Pforzheim teilnehmen. Voraussetzung: Anmeldung über die Webseite des städtischen Eigenbetriebs WSP. Neben der festlichen Ehrung mit musikalischer Umrahmung spricht Cornelius Obier in seinem Vortrag über „die DNA als Standortfaktor – zur Wirkung von Image und Identität im Wettbewerb der Städte“. Der gebürtige Pforzheimer ist Geschäftsführer der Project M GmbH, Hamburg. Initiator der erstmals im Jahr 2013 erfolgten Wirtschaftspreis-Vergabe ist Oliver Reitz, Direktor des WSP.

PZ: Herr Reitz, am kommenden Freitag wird der Pforzheimer Wirtschaftspreis vergeben, sehr feierlich im Pforzheimer CongressCentrum. Gibt es im dritten Jahr der Veranstaltung Änderungen oder Optimierungen?

Oliver Reitz: Am bewährten Format der beiden Vorjahre werden wir festhalten. Bei diesem gesellschaftlichen Ereignis werden jeweils im Herbst Unternehmerpersönlichkeiten in drei Kategorien ausgezeichnet. Neben der Kategorie „Lebenswerk“ sind es Auszeichnungen für „Innovation und Idee“ sowie für „Marke und Image“. Zu jedem Preisträger spricht ein Laudator. Eine Festrede – in diesem Jahr zum aktuellen Thema der Identität von Städten – und eine musikalische Umrahmung runden den Abend ab. Genauso wichtig ist uns der zweite Teil, das Netzwerken, das Austauschen der Preisträger und Gäste untereinander.

PZ: Was erwarten Sie sich als Initiator mit der Vergabe des Wirtschaftspreises?

Oliver Reitz: Es geht einerseits darum, Dank zu sagen für das unternehmerische Wirken in Pforzheim. Es soll aber auch zum Ausdruck kommen, dass die Wirtschaft in Pforzheim sehr breit aufgestellt und sehr leistungsstark ist. In ganz unterschiedlichen Bereichen des wirtschaftlichen Lebens wird bewiesen, dass man an diesem Standort sehr erfolgreich tätig sein kann, sowohl im Hinblick auf Qualität wie auch auf Umsatz und Ertrag. Mit der Preisvergabe soll diese Strahlkraft ein Stück nach außen transportiert werden.

PZ: Wie hoch ist das Budget für die Vergabe des Wirtschaftspreises?

Oliver Reitz: Die Veranstaltung ist für die Gäste kostenfrei. An finanziellen Aufwendungen trägt der WSP die Raummiete im CongressCentrum und Auslagen für Catering, Rahmenprogramm, Gestaltung der Preise sowie die Kosten für den Versand der Einladungen – also insgesamt ist es ein Budget im überschaubaren fünfstelligen Bereich.

PZ: Einige kritische Stimmen meinen, die finanziellen Mittel sollten besser in andere Standort fördernde Maßnahmen investiert werden, etwa in die Senkung der Gewerbesteuer.

Oliver Reitz: Diese Kritik überrascht mich sehr, weil ich sie in dieser Form noch nicht wahrgenommen habe. Im Gegenteil. Mir haben selbst Befürworter einer Gewerbesteuersenkung persönlich gesagt, wie wichtig eine solche Veranstaltung ist. Deshalb weise ich den Vorwurf zurück. Es geht auch darum, wenigstens einmal im Jahr deutlich zu machen, wie wichtig der Stadt das unternehmerische Wirken ist.

PZ: Wie kommt jemand in die Auswahl als Kandidat für die Vergabe des Wirtschaftspreises?

Oliver Reitz: Für die drei Kategorien gibt es eine Festlegung von Aspekten. Dazu zählt nicht nur wirtschaftlicher Erfolg, sondern auch das Denken und Wirken, der Blick über den eigenen betrieblichen Tellerrand hinaus, beispielsweise in Unternehmensnetzwerken. Auch das Engagement bei der Entwicklung des gesamten Wirtschaftsstandortes Pforzheim wird honoriert. Bewerbungen oder Vorschläge können für das nächste Jahr formlos an den WSP gerichtet werden.

PZ: Wer sind die drei Preisträger?

Oliver Reitz: Es darf noch spekuliert werden. Wir halten den Spannungsbogen bis zum Festabend aufrecht. Ich versichere Ihnen, dass die Jury eine sehr gute Wahl getroffen hat. Und wer sich im Congress Centrum live davon überzeugen möchte, darf sich gerne noch auf der Webseite des WSP anmelden – www.ws-pforzheim.de

PZ: Apropos Jury – wer entscheidet, an wen die Preise gehen?

Oliver Reitz: Das Gremium setzt sich zusammen aus dem Oberbürgermeister, dem Betriebsleiter des WSP, dem Leiter des WSP-Geschäftsbereichs „Wirtschaftsförderung und Kommunale Statistik“ sowie Vertretern von IHK, Handwerkskammer, Sparkasse und Volksbank.

PZ: Und wird in diesem Jahr endlich ein Frau unter den Preisträgern sein?

Oliver Reitz: Wie in den beiden Vorjahren haben wir uns in der Jury sehr bemüht, sowohl bei den Preisträgern als auch bei den Laudatoren eine weibliche Persönlichkeit zu finden. Es ist uns nicht gelungen. Ich selbst werde auch weiterhin gerne potenzielle Preisträgerinnen vorschlagen und bin zuversichtlich, dass wir in den nächsten Jahren auch die eine oder andere Unternehmerin auszeichnen können.