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Ein Volkswagen Touran mit einem vom Abgas-Skandal betroffenen 2.0l TDI Dieselmotor vom Typ EA189.  Stratenschulte
Ein Volkswagen Touran mit einem vom Abgas-Skandal betroffenen 2.0l TDI Dieselmotor vom Typ EA189. Stratenschulte
08.10.2015

Was VW-Besitzer jetzt wissen müssen

Volkswagen steht nach Abgas-Skandal vor riesiger Rückrufaktion. Im schlimmsten Fall müssen elf Millionen Autos überholt werden.

Wann beginnt die Rückrufaktion?

Laut Plan sollen im Januar 2016 die ersten Autos in die Werkstätten, kündigte VW-Chef Matthias Müller an. Bis zum Ende des kommenden Jahres sollen dann alle betroffenen Autos überholt sein. VW könnte dafür sogar spezielle Werkstätten auf Zeit einrichten. Müller schloss aber auch nicht aus, manche Autos komplett auszutauschen, anstatt sie umzurüsten: „Das muss man im Einzelfall prüfen.“

Was will Volkswagen an den Motoren genau ändern?

Es geht bei den Nachbesserungen nicht nur um die Manipulations-Software. Für die meisten Motoren genüge es zwar, wenn ein neues Programm aufgespielt werde, sagte Müller. Manche Autos könnten aber auch neue Einspritzdüsen und Katalysatoren bekommen. Motorenexperte Professor Jörn Getzlaff von der Hochschule Zwickau hält es für möglich, dass Volkswagen keine komplett neue Technik entwickeln muss: „Es kann durchaus sein, dass VW auf eine Lösung zurückgreift, die der Konzern schon heute in seine neue Motorengeneration einbaut.“

Werden die Autos dann sauberer, aber dafür langsamer?

Das ist möglich. Durch die Umrüstung könnten sich die Leistung und der Spritverbrauch ändern, sagt Getzlaff. Es müsse aber nicht unbedingt so sein, dass das Auto dann langsamer wird.

Muss VW trotz Umrüstung Schadenersatz an Autobesitzer zahlen?

Autokäufer müssten sich vermutlich zunächst mit dem Verkäufer des Autos streiten – in den meisten Fällen also mit dem Händler, nicht mit dem VW-Konzern, erklärt Thomas Rüfner, Rechtsprofessor an der Universität Trier. Unter bestimmten Voraussetzungen müssen Händler Autos zurücknehmen.

Können auch Besitzer älterer VW-Dieselautos Geld zurückbekommen?

Eine Kundin, die ihr Auto 2010 gekauft hat, versucht das. Die Frau sehe sich in ihrer Erwartung enttäuscht, ökologisch unterwegs zu sein, teilte ihr Anwalt mit. Erfolgsaussichten? Offen.

Bekommen Kunden einen Leihwagen, während ihr Auto überholt wird?

Dazu hat sich VW bislang nicht geäußert. Eine gesetzliche Verpflichtung gibt es nicht.