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13.06.2013

Was ist SEPA? PZ-news klärt für Sie die wichtigsten Begriffe

SEPA, IBAN, BIC - das neue Zahlungssystem hat es in Sachen Fachbegriffe in sich. Die PZ hat für Sie die wichtigsten Erklärungen zusammen gestellt.

Was ist SEPA?

SEPA steht für Single Euro Payments Area, also für die Schaffung eines einheitlichen Euro-Zahlungsverkehrsraums. Von der EU ins Leben gerufen, nehmen 32 Staaten in Europa daran teil, außer den 27 EU Staaten noch Island, Norwegen, Liechtenstein, Monaco und die Schweiz. Das Ziel ist, den Zahlungsverkehr zwischen den Euro-Ländern zu vereinheitlichen, um schnellere Zahlungsläufe und geringere Gebühren im länderübergreifenden Handel zu erreichen.

Der Einführungsprozess von SEPA hat bereits im Januar 2008 begonnen, wurde aber sowohl von der Wirtschaft als auch den privaten Bankkunden kaum beachtet.

Jetzt beginnt aber eine entscheidende Phase, denn ab dem 01. Februar 2014 gibt es für Geschäftskunden und Vereine keine Bankleitzahl, Kontonummer, Lastschrift und Einzugsermächtigung (im heutigen Sinn) mehr. Auch die Überweisungen funktionieren nur noch mit IBAN und BIC. Einzelbelege, Disketten und Datenträger entfallen und im Online-Banking ist ein neues aufwendigeres Datenformat (XML) erforderlich.

Für Privatkunden gibt es noch eine Übergangsfrist bis zum 01. Februar 2016, dann haben auch bei ihnen die „alten“ Bankzahlen ausgedient.

 

IBAN

Die International Bank Account Number, die internationale Bankkontonummer ist die Voraussetzung für das neue SEPA-Verfahren, da zukünftig der Name des Bankinstituts auf Überweisungen u. ä. entfällt.

Sie setzt sich in Deutschland aus einer 22-stelligen Kombination aus Bankleitzahl und Kontonummer zusammen. Man findet sie heute schon auf den Auszügen und teilweise auf der Rückseite der Bankkarten.

Sie lässt sich aber auf jeder Bankseite(!) im Internet gefahrlos errechnen.

Jedes Konto hat eine eigene IBAN, unabhängig vom Kontoinhaber.

Aufbau der IBAN:

DE40666690000123456789

ISO-Ländercode(2) Prüfziffer(2) Bankleitzahl(8) Kontonummer(10 mit Vornullen)

Bankleitzahl (BLZ): 66669000

Kontonummer: 123456789

Man muss sich also nur ein DE und die Prüfziffer merken, ergänzt dann die BLZ und die Kontonummer welche mit Vornullen auf 10 Stellen aufgefüllt wird.

 

BIC

Der Business Identifier Code, die internationale Bankleitzahl ist das zweite Merkmal der SEPA-Zahlungen und befindet sich ebenso in den Auszügen oder auf der Rückseite der Bankkarten. Er kann 8- bis 11-stellig sein, wobei ggf. die letzten 3 Stellen die Filiale der jeweiligen Bank angeben.

(Bsp. Volksbank PF: VBPF DE66 Sparkasse PF-CW: PZHS DE66 XXX)

 

SEPA Überweisung

Die SEPA Überweisung existiert bereits seit Januar 2008 und löst ab Februar 2014 das nationale Überweisungsverfahren in den Euroländern endgültig ab. Mit ihr können Euro -Überweisungen innerhalb Deutschlands und auch in alle SEPA-Teilnehmerländer durchgeführt werden.

Die SEPA-Überweisung identifiziert den Zahler und den Empfänger durch die zwei neuen Kennziffern: IBAN und BIC anstatt der bisheriger Kontonummer und Bankleitzahl, die Name der Bankverbindung entfällt.

Für Verbraucher in Deutschland gibt es eine Übergangsfrist bis Februar 2016, in der die Zahlungsdienstleister freiwillig noch von Privatkunden (!) die Kontonummer und Bankleitzahl akzeptieren und diese kostenlos in die entsprechende IBAN / BIC umwandeln.

Die SEPA-Überweisung macht weder bei den Kosten noch den Ausführungsfristen einen Unterschied ob eine Euro-Überweisung im Inland oder in ein anderes SEPA-Teilnehmerland getätigt wird. Im Online-Banking ist der Betrag nach einem, beim beleghaften Überweisungsträger nach 2 Banktagen auf dem Empfängerkonto.

 

Gläubiger -ID

Alle Firmen und Vereine sind juristische Personen und Nichtverbraucher und benötigen daher eine Gläubiger –ID von der Bundesbank für den elektronischen Zahlungsverkehr. Diese eindeutig identifizierbare Nummer erhält man im Internet unter der Adresse: www.glaeubiger-id.bundesbank.de (dauert ca. 5 -10 Minuten)

Nur mit dieser Nummer ist es dem Zahlungsempfänger unter SEPA möglich, mittels Lastschriften Beträge vom Konto des Kunden oder Mitglieds abzubuchen.

 

Mandatsreferenz

Die Mandatsreferenz gehört in ein SEPA-Mandat, um dem Zahlungspflichtigen zu informieren, für welche Leistung die Abbuchung erfolgt. Sie besteht häufig aus der Kunden- oder Mitgliedsnummer und einer Ergänzung aus Jahr oder fortlaufender Nummer. Sie darf nur einmal vergeben werden, da sie sonst nicht mehr eindeutig zuzuordnen ist.

 

Pre-Notification (Vorabankündigung)

Zukünftig sind Zahlungspflichtige rechtzeitig vor dem Zahlungseinzug über die Höhe der Lastschrift und den Einzugstermin zu informieren. Vorabankündigungen sind bereits heute etablierte Praxis im Rahmen der nationalen Lastschriftverfahren innerhalb Deutschlands (z. B. Rechnungen, Zahlungspläne etc.).

Die Pre-Notification enthält zum Beispiel auf einer Rechnung mit Fälligkeitsangabe, Betrag, Gläubiger-ID, und Mandatsreferenz die Informationen zu den Bankeinzügen an den Zahlungspflichtigen. Die gesetzliche Frist für die Vorankündigung beträgt mind. 14 Tage, kann aber durch Änderung der AGB`s bis auf 2 Tage verkürzt werden.

 

Einreichungsfristen für Lastschriften

Im Gegensatz zum heutigen Bankeinzug welcher „auf Sicht“ erfolgt, d.h. am Tage der Einreichung gutgeschrieben wird, haben SEPA-Basis-Lastschriften feste Vorlauf-fristen zur ausschließlich Online erfolgenden Datenanlieferung.

Die erste Einreichung als SEPA-Lastschrift, First genannt, sollte 6-7 Banktage vor dem geplanten Einzug der Bank übermittelt werden, ebenso die Einmal-Lastschrift.

Bei wiederkehrenden Zahlungen werden die Folge-Lastschriften 2-3 Banktage vor dem Einzug übermittelt.

Die SEPA-Firmenlastschriften haben dagegen egal ob First- oder Folge-Lastschrift eine Vorlaufzeit von 2 Banktagen.

Um den Zahlungsverkehr zu vereinfachen, ist zurzeit die COR1-Lastschrift in Vorbereitung, welche die Zeiten auf 1 Banktag verkürzen soll. Mit ihrer Umsetzung soll ab Mitte November zu rechnen sein.

 

SEPA-Mandat

Bis jetzt kann ein Zahlungspflichtiger (Kontoinhaber) unter Angabe seiner Kontonummer und Bankleitzahl mit einer Unterschrift einem Zahlungsempfänger (Gläubiger) eine Einzugsermächtigung erteilen. Zukünftig muss der Gläubiger für den Bankeinzug ein „SEPA –Basis-Lastschriftmandat“ einholen. Ein SEPA-Mandat enthält neben der Adresse des Gläubigers, die Gläubiger-ID und eine Mandatsreferenz, welche die Zahlungen eindeutig identifiziert. Ferner sind die Anschrift des Kontoinhabers sowie seine IBAN und BIC aufgeführt, und es muss unterschrieben und gültig sein.

Gültig ist ein Mandat für wiederkehrende Zahlungen ab der Unterschrift bzw. ab der letzten Zahlung für 36 Monate.

 

SEPA-Kombimandat

Das Kombimandat vereint die Eigenschaften der bisherigen Einzugsermächtigung mit dem zukünftigen SEPA-Mandat. Der Zahlungspflichtige unterschreibt zweimal, damit ist es ab sofort als Einzugsermächtigung gültig und nach der Umstellung als SEPA-Mandat. Dies funktioniert jedoch nur bei einem SEPA-Basismandat.

Umwandlung von Einzugsermächtigungen in SEPA-Mandate

Bestehende Einzugsermächtigungen können in SEPA-Mandate umgewandelt werden, wenn sie im Original unterschrieben vorliegen. Dazu wird der Zahlungspflichtige per Brief angeschrieben, über die Gläubiger-ID, Mandatsreferenz und den zukünftigen SEPA-Einzug informiert. Mit dem Erhalt des Schreibens hat er eine 4-wöchige schriftliche Widerspruchsfrist. Ohne Widerspruch liegt dem Zahlungsempfänger ein gültiges SEPA-Mandat vor.

 

SEPA-Firmenlastschriftmandat

Im Zahlungsverkehr zwischen Nichtverbrauchern (Firmen) kommt überwiegend das SEPA-Firmenlastschriftmandat zum Einsatz. (Es kann nicht mit Verbrauchern (Privat) eingesetzt werden.) Der Unterschied zum Basismandat besteht darin, dass erstens die 8-wöchige Widerspruchsfrist entfällt und außerdem muss der Zahlungspflichtige seiner Bank zwingend eine Kopie des Mandats vorlegen.

 

Vereine

Nach der SEPA-Verordnung werden Vereine wie Firmen (Nichtverbraucher, juristische Person) behandelt und müssen daher im Zahlungsverkehr auch die SEPA-Regeln ab 01.Februar 2014 einhalten. So kommen auf die Vereine große und vor allem aufwendige Organisationsaufgaben zu.

Was bedeutet das?

Der Verein muss sich als erstes eine Gläubiger-ID von der Bundesbank einholen.

Die Zahlungen des Vereins können nur als Einzelüberweisung (Beleg) oder Online ausgeführt werden, aber nicht mehr per Diskette oder anderem Datenträger.

Daher muss die Vereinsführung mit einem PC ausgestattet werden, der über eine Vereinssoftware (freier Markt, bei den Verbänden wie Sport, Musik, etc.) inklusive Zahlungsverkehr und Online-Verbindung für das Banking verfügt.

Die Einnahmen (Mitgliedsbeiträge) erfolgen durch Umwandlung von gültigen Einzugsermächtigungen, das Einholen von (Kombi-)Mandaten oder aufwendige Rechnungsschreibung mit Überweisung des Beitrags durch die Mitglieder.

Die für SEPA erforderliche Pre-Notification sollte durch das jährliche Rundschreiben oder falls möglich per Email erfolgen.