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Der Rückgang der Arbeitslosigkeit in Pforzheim hat erstaunlich und im Landesvergleich überdurchschnittlich an Fahrt aufgenommen. 
Der Rückgang der Arbeitslosigkeit in Pforzheim hat erstaunlich und im Landesvergleich überdurchschnittlich an Fahrt aufgenommen.  © Symbolbild: dpa
30.11.2017

Weniger Arbeitslose: Pforzheim entwickelt sich erstaunlich positiv

Pforzheim/Enzkreis. Die Zahl der Arbeitslosen im Agenturbezirk Nagold-Pforzheim ist von Oktober auf November weiter zurückgegangen. Mitte November waren 10916 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet, 2,9 Prozent weniger als im Oktober und 9,4 Prozent weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote – bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen – ging innerhalb der letzten vier Wochen um 0,1 auf 3,3 Prozent zurück. Vor einem Jahr lag sie noch bei 3,7 Prozent.

„Die positive Entwicklung am Arbeitsmarkt im Nordschwarzwald setzt sich fort. Neben der guten Konjunktur hat auch die milde Witterung die Entwicklung positiv beeinflusst. Erstmals seit Oktober 1992 ist die Zahl der Arbeitslosen wieder unter die Marke von 11000 gesunken“, so Martina Lehmann, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Nagold-Pforzheim.

Die Nachfrage nach Arbeitskräften hat wieder zugenommen. Betriebe und Verwaltungen meldeten im November 1425 zu besetzende Arbeitsplätze, 57 oder 4,2 Prozent mehr als im Vormonat und 207 oder 17,0 Prozent mehr als vor einem Jahr. Für deren Besetzung sind laut der Agenturchefin allerdings zunehmend größere Anstrengungen notwendig.

„Insbesondere in Bezug auf Qualifikation, aber auch Arbeitszeit und Arbeitsort, passen Angebot und Nachfrage oft nicht zusammen. Umso mehr freut es mich, dass unsere strategische Ausrichtung erfolgreich ist: Mit individueller Beratung und einer Fokussierung auf betriebsnahe Qualifizierungen konnten wir zu einer weiteren Reduzierung der Arbeitslosigkeit beitragen“, so Lehmann.

Arbeitslose

Die Arbeitslosigkeit ist gegenüber dem Vorjahr bei allen Personengruppen zurückgegangen, besonders deutlich bei den 15- bis unter 25-Jährigen. Im November 2017 wurden in dieser Altersgruppe 14,9 Prozent weniger gezählt als vor einem Jahr. Auch bei den Älteren (50 Jahre und älter) ging die Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vorjahr um 5,4 Prozent zurück. 35,8 Prozent aller Arbeitslosen war 50 Jahre und älter. Da die Auswahl an jüngeren Fachkräften abnimmt, sind die Betriebe zunehmend offen für die Beschäftigung älterer Mitarbeiter.

Gleiches gilt für Schwerbehinderte. „Dass wir die Kompetenzen und Talente von Menschen mit Behinderungen, wo immer es möglich ist, mit den aktuellen Arbeitskräftebedarfen der Unternehmen zusammenführen, ist mir ein wichtiges Anliegen. Die Tatsache, dass wir die Zahl der arbeitslosen Schwerbehinderten innerhalb nur eines Jahres um 136 oder 14,7 Prozent auf jetzt 791 reduzieren konnten zeigt, dass dies gelingen kann“, so Lehmann.

Entwicklung nach Rechtskreisen

In den beiden Rechtskreisen ging die Arbeitslosigkeit etwa gleich stark zurück. Im Bereich der Arbeitslosenversicherung (Arbeitslosengeld I) waren im November 4899 Männer und Frauen arbeitslos, 3,2 Prozent weniger als im Vormonat und 9,0 Prozent weniger als im November 2016.

Im Bereich der steuerfinanzierten Grundsicherung (Arbeitslosengeld II – Hartz IV) gab es 6017 Arbeitslose, 2,6 Prozent weniger als im Oktober und 9,6 Prozent weniger als vor einem Jahr.

Regionale Arbeitslosenquoten

Die unterschiedlichen Strukturen innerhalb des Agenturbezirkes haben auch im November zu einer großen Bandbreite der Arbeitslosenquoten geführt. Sie liegt zwischen 2,4 Prozent im Enzkreis und 5,7 Prozent im Stadtkreis Pforzheim.

Pforzheim

Die Arbeitslosenquote ging im Vergleich zum Vormonat um weitere 0,2 Prozentpunkte auf 5,7 Prozent zurück. Vor einem Jahr lag sie noch bei 6,5 Prozent. Nach Heidenheim (minus 1,1 Prozent) verzeichnete Pforzheim den zweitstärksten Rückgang der Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vorjahr unter allen Stadt- und Landkreisen in Baden-Württemberg. Innerhalb eines Jahres hat sich der Abstand zum vorletzten Platz von 1,0 auf 0,6 Prozentpunkte verringert.

Landkreis Calw

Die Arbeitslosenquote liegt jetzt bei 3,0 Prozent und damit um 0,1 Prozentpunkte niedriger als im Oktober. Vor einem Jahr lag sie noch bei 3,3 Prozent.

Enzkreis

Die Arbeitslosenquote blieb im Vergleich zum Vormonat unverändert bei 2,4 Prozent. Vor einem Jahr lag sie bei 2,6 Prozent. Hinter Biberach (2,1 Prozent), Rottweil (2,2 Prozent) und dem Alb-Donau-Kreis (2,3 Prozent) belegt der Enzkreis, gemeinsam mit dem Hohenlohekreis, Platz vier in Baden-Württemberg.

Landkreis Freudenstadt

Die Arbeitslosenquote blieb im Vergleich zum Vormonat unverändert bei 2,8 Prozent. Im November 2016 lag sie bei 3,2 Prozent.

Stellenmarkt

Insgesamt waren Mitte November 4706 zu besetzende Stellen gemeldet, 31 oder 0,7 Prozent weniger als im Oktober und 459 oder 10,8 Prozent mehr als vor einem Jahr.