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Japanische Kunden im Verkaufsgespräch mit Jörg Schauer (Stowa) aus Engelsbrand.
Japanische Kunden im Verkaufsgespräch mit Jörg Schauer (Stowa) aus Engelsbrand.
Größer, schriller, bunter: Die großen Uhrenmarken konkurrierten auf der Baselworld um den auffälligsten Messestand. KETTERL
Größer, schriller, bunter: Die großen Uhrenmarken konkurrierten auf der Baselworld um den auffälligsten Messestand. KETTERL
Schnupperten erstmals Basler Messeluft: Beatrice Caspary (links) und Sophia Asteriadis von der Pforzheimer Goldschmiedeschule mit Uhrmacherschule.
Schnupperten erstmals Basler Messeluft: Beatrice Caspary (links) und Sophia Asteriadis von der Pforzheimer Goldschmiedeschule mit Uhrmacherschule.
Nicht ganz zufrieden waren die Aussteller am Pforzheim-Stand. REINHARDT/WSP
Nicht ganz zufrieden waren die Aussteller am Pforzheim-Stand. REINHARDT/WSP
31.03.2017

Weniger Besucher bei der Baselworld - Pforzheimer Aussteller nicht ganz zufrieden

Eine Woche lang wurde in Basel geklotzt statt gekleckert: Die Herren kamen in maßgeschneiderten Anzügen und die Damen trugen perfekt sitzende Kostüme sowie teuren Schmuck: In den noblen Messehallen zeigt jeder gerne, was er hat. Mehrstöckige Ladenlokale mit leuchtenden Fassaden lockten die Besucher aus aller Welt.

Der Uhrenhersteller Breitling hatte in seinem schiffsartigen Pavillon ein riesiges Salzwasser-Bassin montiert, in dem Hunderte weiße Quallen schwimmen. Die Kostüme der Hostessen am Eingang sind leuchtend blau wie das Wasser über ihren Köpfen. Wenn sie Breitling-Uhren tragen würden, könnten sie nicht nur im Bassin, sondern im Ozean bis zu 3000 Meter tief tauchen – verspricht der Hersteller.

Gestern ging die weltgrößte Uhren- und Schmuckmesse Baselworld zu Ende. Die Zahl der Einkäufer lag mit 106 000 um vier Prozent im Minus. Die Zahl der ausstellenden Marken war wesentlich deutlicher gesunken.

Manch ein Besucher verirrte sich in den langen Gängen und landete dann doch wieder vor den Konsumtempeln von Rolex, Omega TAGHeuer und Chopard. Längst nicht jedem wird dort Einlass gewährt. „Haben Sie einen Termin“, fragt die blonde Mitarbeiterin am Empfang, ein kräftig gebauter Sicherheitsmann steht ihr dabei zur Seite. Wer eintreten darf, wird mit Köstlichkeiten aus Küche und Keller verwöhnt, die einem Feinschmeckerlokal alle Ehre machen würden. In den oberen Etagen finden in vertraulichem Rahmen die Verkaufsgespräche statt. Attraktive Models zeigen die neuesten Kollektionen.

Im Schatten der großen Luxusmarken präsentierten sich die 32 Aussteller aus Pforzheim und der Region Nordschwarzwald. Im Zeichen des Goldstadt-Jubiläums „250 Jahre Schmuck und Uhren“ waren acht Firmen am Pforzheimer Gemeinschaftsstand vertreten. „Wir sind nicht unzufrieden, wenn auch die Besucherfrequenz hinter den Erwartungen zurückblieb“, erklärte Armin Kühnel. Der Fachhandel als Abnehmer für hochwertige Trauringe habe gefehlt. Immerhin gab es vielversprechende Gespräche mit Juwelieren aus Belgien und Frankreich. Hansjörg Vollmer, Chef der Pforzheimer Uhrenfabrik Aristo, vermisste Kunden aus Skandinavien und Russland. Er fühlte sich im Schmuckbereich, wo der Pforzheim-Pavillon stand, etwas abgeschnitten von den Besucherströmen der Uhreneinkäufer. Guido Grohmann, neuer Chef des Bundesverbands (BV) Schmuck & Uhren mit Sitz in der Goldstadt, registrierte breite Zustimmung unter den 110 deutschen Ausstellern, was die angekündigte Verkürzung der Baselworld im kommenden Jahr von acht auf sechs Tage angeht. Damit trage die Schweizer Messeleitung dem Wunsch vieler kleinerer Unternehmen Rechnung, welche die lange Dauer und die hohen Kosten der Veranstaltung moniert hatten.

Die großen Uhrenmarken hatten immer wieder betont, dass sie acht Messetage benötigen, um alle Kunden zu bedienen.

Möglicherweise werde sich die Messe auch wieder verstärkt um kleinere deutsche Schmuckhersteller und Zuliefer-Unternehmen bemühen, die in den vergangenen Jahren aus Kostengrpnden nicht mehr in Basel ausgestellt hätten, hofft Grohmann.