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Ladenhüter: eine Schaufensterpuppe mit Winterbekleidung. Wüstneck
Ladenhüter: eine Schaufensterpuppe mit Winterbekleidung. Wüstneck
Marcus Wöhrle aus Eutingen interessiert sich für sportliche Skimodelle. Trotz Preisnachlässen lässt der Absatz bei vielen Händlern zu wünschen übrig.Trotz
Marcus Wöhrle aus Eutingen interessiert sich für sportliche Skimodelle. Trotz Preisnachlässen lässt der Absatz bei vielen Händlern zu wünschen übrig.Trotz
23.12.2015

Wetter kühlt die Kauflust ab

Stuttgart/ Pforzheim. Winterjacken und Skihelme liegen derzeit wie Blei in den Regalen. „Wir sind eben sehr stark vom Wetter abhängig“, sagt Karl-Wilhelm Elsässer von Intersport-Elsässer in der Pforzheimer Schlössle-Galerie. Nur wenige Kunden interessieren sich für die neuesten Ski- und Snowboard-Modelle. „Es ist einfach zu warm.“ Von früheren Umsätzen mit kompletten Skiausrüstungen kann Elsässer nur noch träumen. Fast schon ein gewohntes Bild, denn an den letzten schneereichen Winter kann sich der erfahrene Sportartikelhändler kaum noch erinnern.

„Wir werden uns da für die Zukunft etwas einfallen lassen müssen“, erklärt Elsässer im Blick auf den sich abzeichnenden Klimawandel.

Ähnlich geht es Nicole Kälber, Inhaberin des Intersport-Profimarkts auf der Wilferdinger Höhe. „Zum Glück haben wir noch den Verleih von Skiern und Snowboards“, sagt sie. Wer seinen Winterurlaub gebucht hat, fährt auch hin, selbst wenn die tieferen Lagen eher zum Wandern im Grünen einladen. „Vielleicht hat Petrus ja noch ein Einsehen und lässt es im Januar noch kräftig schneien“, hofft Kälber, dass sie Winterjacken und Skistiefel doch noch an den Mann oder die Frau bringt. Ansonsten setzt der Sportfachhandel auf ganzjährige Outdoor-Aktivitäten. „Wir haben zum Glück die Trendsportarten und die Vereine als treue Kunden“, ergänzt Thomas Völler von der Völler Sportarena in Königsbach-Stein. Völler verzichtet grundsätzlich auf Skisportartikel in seinem Sortiment. „Sportschuhe gehen immer.“ Mit dem letzten Einkaufswochenende vor Weihnachten waren die Einzelhändler insgesamt zufrieden – wenn sie nicht gerade Schneeschippen, Schlitten oder Streusalz anbieten. Der Präsident des Handelsverbandes Baden-Württemberg, Horst Lenk, freut sich über die hohen Umsätze. Bücher, Parfüms, Haushaltswaren und Gutscheine liefen besonders gut. „Die Leute kaufen schon die neuen Kollektionen, leider nicht die Winterkleidung.“, so der Handelspräsident aus Pforzheim, der mit einem rasanten Shoppingendspurt heute und morgen rechnet. „Viele Verbraucher nutzen diese Woche noch für das Weihnachts-Shopping.“ Obwohl das Geschäft in diesem Jahr nur langsam in Fahrt kam, geht der Verband nach wie vor davon aus, dass die Bundesbürger deutlich mehr Geld für das Weihnachtsfest ausgeben werden als im Vorjahr. Rund 86,7 Milliarden Euro sollen es werden, zwei Prozent mehr als 2014.

Gestützt wird der Optimismus des Verbandes auch von der gestern veröffentlichten aktuellen Konsumklimastudie der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK). Danach hat sich die Verbraucherstimmung in Deutschland nach einer Schwächephase gerade rechtzeitig zum Höhepunkt des Weihnachtsgeschäfts wieder aufgehellt.

Gutscheine im Trend

Immer häufiger werden die Geschenke erst unmittelbar vor Weihnachten oder sogar erst nach den Festtagen mit Gutscheinen und geschenktem Geld gekauft. Davon profitieren Elektronikketten wie Media Markt und Saturn.