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Wilfried Fauter im Jahr 2003 mit einem Modell des neu gestalteten Paul-Gerhard-Heims.  pz-Archiv/Ketterl
Wilfried Fauter im Jahr 2003 mit einem Modell des neu gestalteten Paul-Gerhard-Heims. pz-Archiv/Ketterl
11.03.2016

Wilfried Fauter stirbt mit 89 - Trauer um engagierten Ehrenamtler

Er war ein Herr der Zahlen – aber nicht nur: Wilfried Fauter, Chef der Pforzheimer Volksbank in den 1980er-Jahren, war auch ein engagierter Ehrenamtler mit Herzblut für die gute Sache und für seine zweite Heimat Pforzheim. Außerdem Vater, Großvater und begeisterter Urgroßvater.

Am 29. Februar ist Wilfried Fauter mit 89 Jahren gestorben, wie die Familie jetzt bekanntgab. Die Beisetzung fand bereits im engsten Kreis statt.

In seiner Zeit als Chef überschritt die Volksbank Pforzheim erstmals die Milliardengrenze bei den Einlagen. Und als Wilfried Fauter 1988 ausschied, wurde das 55 000. Mitglied begrüßt – zum Vergleich: 2014 waren es 53 388. 1983 bis 1988 war Fauter Vorstandsvorsitzender, doch die Geschicke des Hauses prägte er schon seit 1968, als er in den Vorstand der Bank aufrückte.

Im Ruhestand nach der Bankkarriere hatte Fauter lange keine Zeit zum Briefmarkensortieren, wie er gegenüber der PZ einmal sagte. Der gebürtige Sindelfinger gehörte der Löblichen Singergesellschaft sowie der Reuchlin-Gesellschaft an, engagierte sich im Haus- und Grundbesitzerverein und beim Creditorenverein. Stark brachte sich Fauter im Trägerverein des Paul-Gerhard-Heims ein, auch beim Umbau des Seniorenzentrums. 2011 wurde er mit der Landesehrennadel ausgezeichnet. „Durch sein jahrzehntelanges Engagement für das Seniorenzentrum Paul Gerhard hat er echten Bürgersinn und wirkliches Gemeinschaftsgefühl bewiesen“, begründete Kultusministerin Marion Schick damals die Ehrung.

Seit seinem Eintritt in die Volksbank war Fauter mit Frau Irma und seinen beiden Kindern in der Goldstadt zu Hause. Geboren wurde der „Schwabe und Schaffer“, wie er sich selbst charakterisierte, in Sindelfingen als „Christkind“ am 24. Dezember 1926. Als Jugendlicher wurde Fauter zu den Luftwaffenhelfern eingezogen, später nahm er am Russland-Feldzug teil, wo er zum Kriegsende in Gefangenschaft geriet. Nach dem Krieg machte Fauter sein Abitur und studierte Rechtswissenschaften und Betriebswirtschaft an der Uni Heidelberg. Nach seiner Promotion arbeitete er unter anderem bei der Deutschen Bank.

Als vor fünf Monaten – nach 65 Jahren Ehe – seine Frau verstarb, habe ihn das hart getroffen, schildert Tochter Gabriele Fauter-Schmierer. Neuen Lebensmut habe er mit Hilfe der Familie, besonders dank seiner zweijährigen Urenkelin, gefasst. „Sie war sein Herzblatt“, sagt Fauter-Schmierer. Der Tod ihres herzkranken Vaters kam überraschend.