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10.11.2008

"Wir ticken anders" - Die neue Imagekampagne der Region

PFORZHEIM. Zehn Monate lang haben Studenten der Hochschule Pforzheim unter Leitung von Professor Thomas Gerlach an einer Imagekampagne für den Nordschwarzwald gebastelt. Gestern wurde das Ergebnis präsentiert.

Die Region Nordschwarzwald, das ist ein badisches und württembergisches Gemisch, das nicht ohne weiteres in eine griffige Formel gefasst werden kann, weil die Schwerpunkte zu unterschiedlich sind. Während im südlichen Teil unter anderem der Tourismus stärker vertreten ist, gilt der nördliche Teil, also Enzkreis und Pforzheim, als Hochburg der Dentaltechnik, wieder ein anderes Gebiet macht mit seinen kulinarischen Schwerpunkten bundesweit auf sich aufmerksam – um nur ein Beispiel zu nennen.
Den Begriff „Zukunftsregion“ hat man bisher dem Gebiet zwischen Alpirsbach und Sternenfels als Beinamen gegeben, mit dem auf Messen, Prospekten und im Internet für den Nordschwarzwald geworben wurde.
Aber Zukunftsregion „nennen sich viele Regionen in der Welt“, meinte gestern Professor Thomas Gerlach von der Fakultät für Gestaltung an der Hochschule Pforzheim. Es sei deshalb kein Alleinstellungsmerkmal für den Nordschwarzwald. Unter Gerlachs Leitung haben internationale Teilnehmer eines Masterstudiengangs für Design zwischen Januar und Oktober darüber gebrütet, was die Eigenschaften dieses buntgemischten Gebietes mit Definitionsdefizit sind und wie man sie kurz in Worte fassen könnte. Die einfache Formel der Kampagnengestalter lautet: „wir ticken anders. Region Nordschwarzwald.“
Zu dieser neuen Marke „wir ticken anders“ entwickelten die Studenten vier Schwerpunktthemen, mit denen künftig beispielsweise auf Postkarten, auf Plakaten, Roll-ups (dreiteilige Großplakatwände) und im Internet geworben werden soll. Die Kompetenzen des Nordschwarzwaldes, das seien: 1. Prozesstechnik; 2. Werkstofftechnologie; 3. Tourismus Vital; 4. Kreativbusiness. Diese vier Elemente bilden mit Fotos kombiniert „die Story“ (die
Geschichte), die über verschiedene Werbeträger vermittelt werden soll – immer mit der Botschaft: Im Nordschwarzwald ist gut leben, hier sind innovative Unternehmen von Weltruf angesiedelt, hier gibt es qualifizierte Arbeitskräfte sowie gut ausgebildete Schul- und Studienabgänger, hier findet der Erholungssuchende eine traumhafte Landschaft und der Abenteuerlustige ausreichend Freizeitmöglichkeiten.
Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Nordschwarzwald unterstützt die Aktion, die unter der Federführung der Wirtschaftsfördergesellschaft (WFG) Nordschwarzwald an der Hochschule Pforzheim entwickelt wurde. IHK-Präsident Burkhard Thost machte gestern bei der Präsentation im Pforzheimer CongressCentrum vor Vertretern von Wirtschaft und Politik zwei Zielsetzungen der Kampagne deutlich: Die Menschen in der Region müssten sich mit ihr identifizieren, gemäß dem Motto: „Wir gehören hier dazu. Hier geht man nicht weg.“ Andererseits müssten die Region und ihre Menschen eine Ausstrahlung nach Außen vermitteln, gemäß dem Motto: „Diese Region ist attraktiv, da gehen wir hin.“
Wie WFG-Geschäftsführer Norbert Höptner gestern sagte, sei für die Kampagne 2008 und 2009 vorerst ein Budget von rund 150 000 Euro veranschlagt worden. Laut Professor Gerlach würde eine solche Aktion, in großem Stil durchgeführt, weit mehr als eine Million Euro kosten. Dennoch betonte Höptner: „Wir machen hier keine Billigaktion.“ Unterstützung erhofft man sich von den Unternehmen in der Region. Sie könnten über die Aufnahme des Slogans
„wir ticken anders“ auf ihren Webseiten und Broschüren für eine entsprechende Sympathieverbreitung sorgen. Außerdem sind die Kommunen angehalten, Plakate in Rathäusern und anderen Einrichtungen aufzuhängen, um nur einiges zu nennen. Spontan hat sich gestern nach der Präsentation Mark Stephan Pace von der Dentaurum-Geschäftsleitung (Ispringen) dazu bereit erklärt, Kampagnen-Elemente in die Werbeaktivitäten seines Hauses mit einzubinden.
Der Calwer Landrat Köblitz freut sich besonders, dass nach den Querelen und unterschiedlichen Ansichten innerhalb der WFG in der Vergangenheit mit dieser Aktion „endlich eine geschlossene Front“ demonstriert werde. Für Köblitz ist die Wirtschaftsfördergesellschaft „jetzt so gut aufgestellt, dass wir die Imagekampagne gemeinsam tragen können.“