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Pforzheimer Firmensitz der Firma Ungerer im Arlinger.  pz-Archiv
Pforzheimer Firmensitz der Firma Ungerer im Arlinger. pz-Archiv
11.03.2016

Wirbel um Ungerer: Geschäftsführer widerspricht Mitarbeiter-Freisetzung

Mit deutlichen Vorwürfen gegen die IG Metall reagiert Hans-Roland Wagner, Geschäftsführer des insolventen Maschinenbauers Ungerer, auf die Berichterstattung in der PZ. Die Darstellung sei „unvollständig und weiterreichend irreführend“, so Wagner. Der Gewerkschaft wirft Wagner Polemik und Effekthascherei vor.

Insolvenzverwalter Marc Schmidt-Thieme hatte im Bericht Freistellungen von einer noch unbekannten Zahl von Mitarbeiterin ab kommender Woche angekündigt. Der Grund: Da seit dem Stellen des Insolvenzantrags Mitte Dezember keine neuen Aufträge an Land gezogen werden konnten, ist nicht mehr genug Arbeit – und ausreichend Geld – für alle Beschäftigten da.

Geschäftsführer Wagner bestritt dagegen am Donnerstag im Gespräch mit der PZ, dass tatsächlich Freistellungen nötig seien. „Der Ungerer-Gruppe liegt eine Vielzahl an großvolumigen Investitionsanfragen mit realistisch hohen Auftragswahrscheinlichkeiten aus dem deutschen, europäischen und internationalen Marktumfeld vor, die in einer Geschäftsperiode nicht abgearbeitet werden können.“ Allerdings räumt Wagner ein, dass im Insolvenzverfahren kein Kunde gewillt sei, ohne ein tragfähiges Weiterführungskonzept einen Auftrag zu platzieren. „An einem Weiterführungskonzept wird weiterhin mit Nachdruck gearbeitet“, so Wagner.

Was ist nun Sache bei Ungerer? Insolvenzverwalter Schmidt-Thieme hält an der Notwendigkeit von Freistellungen fest: „Die Liquidität ist, wie sie ist“, sagte er am Donnerstag auf PZ-Anfrage. „Wenn es nach mir ginge, sollten alle Mitarbeiter an Bord bleiben.“ Man arbeite daran, einen Investor zu finden.

Bis dieser gefunden ist, droht einem Teil der Mitarbeiter nun der Gang zum Arbeitsamt. Wer freigestellt ist, gilt faktisch als beschäftigungslos und hat damit Anspruch auf Arbeitslosengeld.