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Claudia Gläser IHK-Präsidentin.  Foto: PZ-Archiv 

Wirtschaft im Nordschschwarzwald zeigt sich widerstandsfähig

Herausforderungen durch die Folgen des Ukraine-Kriegs wachsen. Nach der Corona-Pandemie wird der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine auch die Wirtschaft in der Region Nordschwarzwald vor neue Herausforderungen stellen. Die aktuell gestiegenen Preise für Energie und Rohstoffe und erneut gestörte Lieferketten schlagen sich jedoch noch kaum in den Einschätzungen zur wirtschaftlichen Lage in der Region nieder.

Notwendige SanktionenWie die neueste Konjunkturbefragung der Industrie- und Handelskammer Nordschwarzwald ergeben hat, weisen mit 51 Prozent nach wie vor die meisten regionalen Unternehmen eine gute Geschäftslage auf. Weitere 42 Prozent (Jahresbeginn 37 Prozent) geben sie mit befriedigend an.

„Angesichts der humanitären Katastrophe in der Ukraine sind die gemeinsamen Sanktionen des Westens die logische Konsequenz, die auch von der regionalen Wirtschaft mitgetragen werden“, betont Claudia Gläser, Präsidentin der Industrie- und Handelskammer Nordschwarzwald. Ein gutes Drittel der Firmen aus der Region verzeichnet weiterhin gute Erträge, knapp die Hälfte gibt sie als befriedigend an. Während sich damit die Ertragssituation im Vergleich zu Jahresbeginn kaum verändert hat, ging die Auftragslage leicht zurück. Der Anteil der Unternehmen mit Bestellzuwächsen ist von 27 Prozent zu Jahresbeginn auf nunmehr 15 Prozent gesunken. 70 Prozent berichten von einer stabilen Auftragslage.

Der bereits vor der russischen Invasion beginnende Anstieg der Energiepreise wird in der aktuellen Befragung von 85 Prozent der Unternehmen als größtes Risiko betrachtet. An zweite Stelle gerückt ist die Sorge um steigende Belastungen durch höhere Rohstoffpreise. Der seit Jahren bestehende Mangel an Fachkräften rangiert auf dem dritten Platz.

In der regionalen Industrie laufen bei 57 Prozent die aktuellen Geschäfte sogar etwas besser als zu Beginn des laufenden Jahres. Weitere 39 Prozent bezeichnen sie noch als befriedigend. Zwei Drittel der Firmen aus der Metallerzeugung und -bearbeitung freuen sich aktuell über gut laufende Geschäfte. 80 Prozent verzeichnen in den letzten vier Monaten höhere Umsätze als im Vorjahreszeitraum. Die Auftragssituation hat sich im Vergleich zu Jahresbeginn jedoch verschlechtert. Auch im Maschinenbau schlagen sich die Folgen des Ukraine-Krieges noch nicht in den Geschäftsbüchern nieder. Mit 63 Prozent bewerten mehr Firmen als zu Jahresbeginn ihre Geschäfte mit „gut“. Die Ertragssituation hat sich ebenfalls verbessert.

Mit dem Auslaufen der meisten Corona-Vorgaben hat sich auch die Stimmung im regionalen Handel (Groß-, Einzel- und Versandhandel) weiter verbessert. Knapp 80 Prozent der Betriebe profitieren von einer guten Geschäftslage.