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Plädieren dafür, der Digitalisierung mit Offenheit zu begegnen (von links): Philipp Bauknecht (medialesson), Fabian Rausch (MR Compact), Klaus Driever (AllSecur, Allianz.de) SWR-Moderator Uwe Bettendorf und Professir Dirk Wentzel von der Hochschule Pforzheim. Foto: Warzecha
Plädieren dafür, der Digitalisierung mit Offenheit zu begegnen (von links): Philipp Bauknecht (medialesson), Fabian Rausch (MR Compact), Klaus Driever (AllSecur, Allianz.de) SWR-Moderator Uwe Bettendorf und Professir Dirk Wentzel von der Hochschule Pforzheim. Foto: Warzecha
08.02.2018

Wirtschaftsforum Nordschwarzwald behandelt das Thema Digitalisierung aus Sicht erfolgreicher Unternehmen

Pforzheim. „Die Digitalisierung ist erfolgreich. Und wer es noch nicht erkannt hat: Sie ist bereits da und umgibt jeden von uns und sie wird nicht wieder vorübergehen. Der technische und gesellschaftliche Fortgang ist nicht aufzuhalten.“ Das sagte Björn Gräber, stellvertretender Kreissprecher der Wirtschaftsjunioren (WJ) Nordschwarzwald, beim sechsten Wirtschaftsforum. Zu der Kooperationsveranstaltung von WJ, Sparkasse Pforzheim Calw und IHK Nordschwarzwald kamen 130 Gäste ins IHK-Haus.

Die Digitalisierung sei ein Thema, das besonders die mittelständisch geprägten Unternehmen in der Region beschäftige. Der Veranstaltungstitel lautete entsprechend: „Digitalisierung im Mittelstand – Was kann man von Facebook, Amazon, Netflix, Google & Co. lernen?“

Während die Digitalisierung nahezu alle Lebensbereiche und Berufe durchdringt, seien es gerade diese Plattformen und vorwiegend im Internet agierenden Firmen, die vielen Unternehmen einerseits Konkurrenz machen, andererseits auch zum Vorbild dienen können.

Gerade der frühere Buchhändler Amazon – mit einem Versandzentrum in Pforzheim ansässig – gelte zusammen mit den anderen vorgenannten Akteuren als Vorreiter der Digitalisierung, wie es der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Pforzheim Calw, Stephan Scholl, betonte: „Der Kunde ist der unbestrittene Mittelpunkt, auf den die Firmenleistung kompromisslos konzentriert ist.“ So biete Amazon seinen Kunden inzwischen nahezu alle Waren und Gebrauchsgegenstände über den Online-Versand an.

Das soziale Netzwerk Facebook biete seinen Nutzern ein Gemeinschafts- und Zusammengehörigkeitsgefühl, Google habe die Welt durch seinen Service über die Verfügbarkeit aller möglichen Daten und Quellen erobert. Was kann der Mittelstand in der Region davon lernen?

Philipp Bauknecht, Geschäftsführer und Gründer der Medialesson GmbH sowie Microsoft Regional Director, bringt es in der von SWR-Wirtschaftsredakteur Uwe Bettendorf moderierten Podiumsdiskussion mit Klaus Driever, Mitglied der Geschäftsleitung für den Digitalen Vertrieb der Allianz Deutschland AG und Fabian Rausch, Spezialist für „Unternehmenskommunikation und digitale Transformation“ bei der MR Compact GmbH, auf den Punkt: Diese großen Vier seien gut in der Benutzerfreundlichkeit (Usability), in der Benutzererfahrung (User Experience) und im Design.

Wie Bauknecht betont, ahme er dies mit der Gestaltung seiner Produkte nach den genannten Kriterien nach. „Wir sollten uns nicht zum Zulieferer vom Silicon Valley machen, wir sind schon zu 80 Prozent so weit.“

Bauknecht rät anderen Unternehmen: nicht zu viel und zu lange planen, was den Prozess der Digitalisierung angeht, sondern im wahrsten Sinne des Wortes agil sein und schneller neue Features entwickeln. Bisher sei in Deutschland nur SAP mit den Firmen im Silicon Valley vergleichbar.

Auch Fabian Rausch plädiert einerseits für die Nähe zum Kunden, andererseits dafür, ähnlich wie in den USA Selbstvertrauen und Pioniergeist zu entwickeln, um neue Produkte und Services mitzugestalten und der Digitalisierung entsprechend begegnen zu können. Wichtig, so Bauknecht, sei es auch, sich eine digitale Kompetenz anzueignen und mehr in die Bildung und den Umgang mit der Digitalisierung zu investieren, anstatt sich damit zu begnügen, einfach nur What’s App-Nachrichten zu verschicken.