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Container-Umschlag im Hafen von Hamburg: Die deutsche Wirtschaft läuft rund, lautet die Einschätzung des Wirtschaftsministers. Foto: dpa-Archiv
Container-Umschlag im Hafen von Hamburg: Die deutsche Wirtschaft läuft rund, lautet die Einschätzung des Wirtschaftsministers. Foto: dpa-Archiv
07.10.2016

Wirtschaftsminister Gabriel sieht heimische Wirtschaft auf gutem Weg

Die Bundesregierung geht trotz eines schwierigen außenwirtschaftlichem Umfelds weiter von einem robusten Wachstum der deutschen Wirtschaft aus. Für das laufende Jahr hob sie das erwartete Wachstum von 1,7 auf 1,8 Prozent an. Für das nächste Jahr korrigierte sie ihre Projektion von 1,5 auf 1,4 Prozent leicht nach unten. Das geht aus der Herbstprognose hervor, die Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) gestern in Berlin vorstellte.

„Es ist bemerkenswert, wie robust die deutsche Wirtschaft wächst“, sagte Gabriel. Die schwarz-rote Koalition liegt mit ihrer Konjunkturprojektion etwa auf Linie mit den führenden Wirtschaftsinstituten. Diese hatten ihre bisherige Schätzung für 2016 Ende September von 1,6 Prozent auf 1,9 Prozent angehoben. Für 2017 erwarten auch sie einen Zuwachs um 1,4 Prozent. Der Rückgang des Wachstums 2017 liegt nach Gabriels Worten an den vielen Feiertagen. Auch der Arbeitsmarkt entwickle sich trotz des schwachen außenwirtschaftlichen Wachstums und des Flüchtlingszuzugs weiterhin erfreulich, sagte der SPD-Chef. Im Jahr 2018 werden demnach 44,3 Millionen Menschen erwerbstätig sein, noch einmal an die 1,3 Millionen mehr als noch im Jahr 2015. Dabei nähmen die prekären Arbeitsverhältnisse weiter ab, sagte Gabriel. Die Arbeitslosigkeit werde bis 2018 auf 2,63 Millionen sinken – etwa 160 000 Arbeitslose weniger als im Jahr 2015. Die Arbeitslosenquote liege damit unter sechs Prozent. Vor dem Hintergrund der Zuwanderung sei dies keineswegs selbstverständlich. „Die deutsche Wirtschaft behauptet sich damit in einem vor allem außenwirtschaftlich sehr schwierigen Umfeld.“

Zu den Problemen der Deutschen Bank sagte Gabriel, dass die Bundesregierung Interesse habe, dass diese Bank wieder ein international erfolgreiches Geldinstitut wird, sei klar. Über staatliche Eingriffe, um der Bank wieder auf die Beine zu helfen, wolle er aber nicht spekulieren.

Steigende Beschäftigung und gute Lohnentwicklung sorgten bei stabilen Preisen dafür, dass die günstige wirtschaftliche Entwicklung auch bei den Bürgern ankomme, sagte Gabriel. Und die wirtschaftliche Stärke helfe, die großen Herausforderungen zu meistern, vor denen Deutschland stehe: sei es, um Europa eine neue Wachstumsperspektive zu geben, die Auswirkungen des Brexits zu bewältigen oder Flüchtlinge aus Krisenregionen aufzunehmen, zu integrieren und gleichzeitig die Gesellschaft zusammen zu halten.