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21.07.2015

Wirtschaftsrat kritisiert Erbschaftsteuer-Regelung

Pforzheim/Stuttgart. Eine falsche Weichenstellung beim Erbschaftsteuerrecht kann tiefgreifende Folgen für die solide Unternehmensstruktur in Baden-Württemberg haben. Gerade mittlere und große Familienunternehmen sind unser Rückgrat. Es kann nicht im Sinne der Bundesregierung sein, dass sich Familienunternehmer durch eine zu hohe Erbschaftsteuerbelastung zum Verkauf entschließen und plötzlich fremde Investoren das Sagen haben.

Die Entwicklung mit Sorge betrachtet auch Florentin Goldmann (Foto), Geschäftsführer der GoldmannLindenberger GmbH + Co. KG in Pforzheim. Der Holz- und Baustoffhandel wird in der vierten Generation geführt. Die Branche steht derzeit vor großen Herausforderungen wie etwa dem e-commerce, dem Direktvertrieb und auch dem zunehmenden Fachkräftemangel. Angesichts dessen und wegen der geplanten Erbschaftsteuerreform stellt sich Goldmann einige Fragen: „Können meine Kinder das Unternehmen fünf, sieben oder mehr Jahre erfolgreich betreiben? Kann man bei diesen Unwägbarkeiten seinen Kindern überhaupt noch zumuten, ein solches Erbe anzunehmen?“

Nach dem derzeitigen Bewertungsrecht würden die Familienunternehmen aktuell mit dem 18-fachen ihres Gewinns bewertet, erklärt Goldmann weiter. „Der Gewinn einer Firma ist aber nicht stabil und vorhersehbar. Darauf wird dann bis zu knapp 20 Prozent Steuer erhoben, was bei dieser Berechnungsart das gesamte Eigenkapital einer Firma ausmachen könne.

Der Wirtschaftsrat der CDU kritisiert den Referentenentwurf zur Erbschaftsteuer aus dem Bundesfinanzministerium. „Das Urteil des Bundesverfassungsgerichts lässt dem Gesetzgeber großen Spielraum. Das gilt gerade auch im Blick auf die Verschonung größerer Familienunternehmen mit vielen Arbeitsplätzen.“