nach oben
01.02.2017

Witterungsabhängige Branchen entlassen Teil ihrer Beschäftigten

Pforzheim. Winterzeit – Entlassungszeit. Die Zahl der Arbeitslosen ist im Bezirk der Arbeitsagentur Nagold-Pforzheim von Dezember auf Januar um 7,1 Prozent auf 12 913 gestiegen. Das hat eine jährlich wiederkehrende Ursache, wie die Arbeitsagentur gestern in ihrem Monatsbericht erläuterte.

Demnach wirken sich im Januar „die jahreszeitlich üblichen Entlassungen in den saison- und witterungsabhängigen Wirtschaftszweigen aus“. Bei Schnee und Dauerfrost ruhe auf Baustellen sowie in der Land- und Forstwirtschaft vorübergehend die Arbeit. Auch in anderen witterungsabhängigen Branchen „trennen sich die Arbeitgeber zeitweise von ihren Mitarbeitern, die dann für kurze Zeit arbeitslos werden“.

Hinzu als weitere Gründe für das Ansteigen der Arbeitslosenzahlen kämen das Auslaufen von befristeten Arbeitsverträgen zum Jahresende 2016 sowie der Kündigungstermin zum Quartalsende im Angestelltenbereich.

Im Versand- und Einzelhandel aber auch in der Gastronomie seien nach dem Ende des Weihnachtsgeschäfts nicht alle befristet beschäftigten Saisonkräfte weiterbeschäftigt.

„Die Ausgangslage ist dennoch stabil. Ich bin deshalb zuversichtlich, dass wir die nach wie vor gute Konjunktur im Frühjahr wieder für eine Reduzierung der Arbeitslosigkeit in der Region nutzen können“, erklärte Martina Lehmann, Leiterin der Agentur für Arbeit Nagold-Pforzheim.

Die unterschiedlichen Strukturen im Agenturbezirk führen zu einer großen Bandbreite der Arbeitslosenquoten. Im Januar stellt sich die Situation wie folgt dar:

Im Enzkreis liegt die Arbeitslosenquote den Angaben zufolge bei 2,9 Prozent und damit um 0,2 Prozentpunkte höher als im Vormonat. Damit belegt der Enzkreis gemeinsam mit Tuttlingen Platz zwei in Baden-Württemberg. Von den 3153 arbeitslos gemeldeten Personen waren 1385 (43,9 Prozent) in der Grundsicherung.

Pforzheim verzeichnet wie schon im Dezember unter allen Stadt- und Landkreisen in Baden-Württemberg den mit Abstand deutlichsten Rückgang im Vergleich zum Vorjahr. Von den insgesamt 4378 arbeitslos gemeldeten Personen waren 2697 (61,6 Prozent) in der Grundsicherung.

Im Landkreis Calw hat sich die Arbeitslosenquote im Vergleich zum Vormonat um 0,3 Prozentpunkte auf 3,6 Prozent erhöht. Von insgesamt 3105 arbeitslos gemeldeten Personen waren 1405 (45,2 Prozent) in der Grundsicherung.