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Neu aufgestellt hat sich die Geschäftsführung von Witzenmann (von links): Eberhard Wildermuth, Philip Paschen, Andreas Kämpfe und Gerhard Flöck. Foto: Witzenmann
Neu aufgestellt hat sich die Geschäftsführung von Witzenmann (von links): Eberhard Wildermuth, Philip Paschen, Andreas Kämpfe und Gerhard Flöck. Foto: Witzenmann
08.07.2017

Witzenmann regelt Nachfolge - Andreas Kämpfe wird Vorsitzender der Geschäftsführung

Pforzheim. Nach dem plötzlichen Tod des Vorsitzenden der Geschäftsführung, Hans-Eberhard Koch, hat sich die Pforzheimer Witzenmann-Gruppe mit vier Geschäftsführern für die Zukunft neu aufgestellt.

Koch leitete seit 1989 maßgeblich die Geschicke des Familienunternehmens. Sein großes Engagement machte die Witzenmann GmbH zum Weltmarkführer für flexible Metallkomponenten und größten gewerblichen Arbeitgeber der Goldstadt. Den Vorsitz übernimmt – für Außenstehende doch etwas überraschend – Technik-Chef Andreas Kämpfe, der für Strategie, Technik, Innovation und Marketing verantwortlich sein wird. Diplom-Wirtschaftsingenieur Philip Paschen, der aus dem Kreis der Familiengesellschafter kommt, wird stellvertretender Vorsitzender der Geschäftsführung. Der 44-jährige Familienvater ist zuständig für Produktion und Digitale Transformation.

Gerhard Flöck, langjähriger Finanzchef des Unternehmens, ist weiterhin verantwortlich für die Bereiche Finanzen, Personalwesen und Einkauf. Eberhard Wildermuth ergänzt im Oktober die Witzenmann-Geschäftsführung und zeichnet dort für den Bereich Vertrieb verantwortlich. Andreas Kämpfe, der aus Chemnitz stammt, ist Diplom-Maschinenbauingenieur und promovierte am Karlsruher KIT zum Dr.-Ingenieur. Dort kam bei einer Karriere-Messe auch der Kontakt zum Pforzheimer Traditionsunternehmen zustande, für das er bereits seit 16 Jahren tätig ist. Der Werkstoffspezialist beschäftigte sich bei Witzenmann zunächst mit der Haltbarkeit von Bauteilen und stieg vor einigen Jahren in die Geschäftsleitung auf. „Diese Neuaufstellung nutzt bestehende Chancen und berücksichtigt die zukünftigen Herausforderungen, wie die weitere Internationalisierung der Witzenmann-Gruppe, das Erschließen neuer, vom Verbrennungsmotor unabhängiger Märkte und die Umsetzung der Digitalen Transformation“, heißt es in einer Pressemitteilung. Die Witzenmann-Gruppe werde den unter Hans-Eberhard Koch beschrittenen Wachstumskurs fortsetzen, auch wenn einige Herausforderungen zu meistern seien, sagte Kämpfe gestern im Gespräch mit der PZ. Mit konsequentem Innovationsmanagement arbeite man an der Weiterentwicklung der Unternehmensstrategie über das Jahr 2025 hinaus. „Wir sehen in der E-Mobilität beträchtliche Chancen, auch danach weiter zu wachsen“, betonte Kämpfe und verweist auf die intensive Forschungsarbeit im Unternehmen. „Wir haben etliche neue Produkte in der Pipeline.“ Die Zahl der Kraftfahrzeuge steige bis dahin weltweit. „Bis 2025 werden sogar mehr Verbrennungsmotoren gebaut“, ergänzte der neue Witzenmann-Chef. „Ein heißes Thema.“ Kämpfe setzt auf den Hybridmotor. „Wir sind aber auch bei der reinen E-Mobilität dabei.“ Etwa mit Komponenten für das Thermomanagement und Akku-Entgasungsleitungen.

In Ballungsräumen spielten Elektroautos, Roboter-Cars und der ÖPNV eine zunehmende Rolle. Im ländlichen Raum – und das gelte für viele Regionen Europas – sei die Ladeinfrastruktur für die E-Mobilität auf Jahre hinaus noch unterentwickelt. Flexible metallische Komponenten würden weltweit gebraucht, so Kämpfe.