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Witzenmann-Geschäftsführer Andreas Kämpfe und Heiko Pott (rechts) . 

Witzenmann sucht innovative Lösungen für Zeit nach dem Verbrennungsmotor

Pforzheim. Das 1925 gegründete Familienunternehmen Marquardt mit Stammsitz in Rietheim-Weilheim gehört zu den weltweit führenden Herstellern von mechatronischen Schalt- und Bediensystemen. CEO Harald Marquardt sieht sein Unternehmen als einen Gewinner der E-Mobilität, wie er bei einem Pressegespräch des Industrieverbands wvib ausführte.

Doch er warnt zugleich vor einem voreiligen Ausstieg aus dem Verbrennungsmotor ohne vernünftige Alternativen: „Jeder will eine saubere Zukunft. Wir müssen dabei jedoch sicherstellen, dass wir am Ende nicht nur saubere Luft, sondern auch noch Arbeitsplätze haben, so dass es zu keinen gesellschaftlichen Verwerfungen kommt.“ Noch werde Deutschland um seine fantastischen Autos und deren Komponenten weltweit beneidet.

„Aber die Transformation wird kommen“, ist Andreas Kämpfe, Vorsitzender der Geschäftsführung der Witzenmann GmbH überzeugt. Die Autoindustrie sei kein Wachstumsmarkt mehr. „In der Stadt braucht man eigentlich kein eigenes Auto“, so Kämpfe. Doch den klassischen Verbrenner werde es noch auf Jahrzehnte hinaus geben, aber eben nicht mehr in Europa. „Fünf Jahre erwarten wir noch moderate Nachfrage und können damit Geld verdienen.“ Einen Markt gebe es künftig noch in China und den USA. Die hohen Kosten am Standort Deutschland – besonders im Südwesten – seien ein großes Problem. Das gelte für die Tarifabschlüsse, für die Grundstücke und die Energiekosten. „E-Mobilität gibt technologisch weniger her“, sagt Kämpfe. Wasserstoff bleibe ein Thema, werde aber erst 2030 einen Boom erleben. Indes bricht der Witzenmann-Chef eine Lanze für den Standort Pforzheim. Man müsse aber neue Wachstumsfelder erschließen. „Wir werden in Pforzheim weiter investieren.“ Witzenmann beschäftigt weltweit 4300 Mitarbeiter und erzielte im Corona-Jahr 2020 einen Umsatz von 560 Millionen Euro.

Ähnlich sieht es die Burger Group mit Hauptsitz in Schonach. Das Unternehmen ist einer der führenden Systempartner im Bereich kundenspezifischer Antriebstechnik mit über 1000 Mitarbeitern. Das begann schon vor 160 Jahren mit Schwarzwälder Kuckucks-Uhren. Chef Thomas Burger beklagt den wachsenden Fachkräftemangel, der den Standort mittelfristig schwächen werde.

Lothar Neff

Lothar Neff

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