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Start einer Rakete vom Weltraumbahnhof in Cape Canaveral in Florida. NASA/dpa
Start einer Rakete vom Weltraumbahnhof in Cape Canaveral in Florida. NASA/dpa
Partnerschaft reicht bis ins Weltall: Die Witzenmann-Geschäftsführer (von links) Andreas Kämpfe, Orion-Programmleiter Mark Kirasich (Nasa), Geschäftsführer Hans-Eberhard Koch, Vize-Präsident Oliver Juckenhöfel (Airbus Defence&Space), Geschäftsführer Gerhard Flöck, Anthony Charles Thinkettle (Esa) und Geschäftsführer Philip Paschen.
Partnerschaft reicht bis ins Weltall: Die Witzenmann-Geschäftsführer (von links) Andreas Kämpfe, Orion-Programmleiter Mark Kirasich (Nasa), Geschäftsführer Hans-Eberhard Koch, Vize-Präsident Oliver Juckenhöfel (Airbus Defence&Space), Geschäftsführer Gerhard Flöck, Anthony Charles Thinkettle (Esa) und Geschäftsführer Philip Paschen.
14.09.2016

Witzenmann versorgt Raumschiff Orion

Was heute noch wie ein Märchen klingt, kann morgen Wirklichkeit sein. Hier ist ein Märchen von übermorgen: Es gibt keine Nationalstaaten mehr. Es gibt nur noch die Menschheit und ihre Kolonien im Weltraum.

Was heute noch wie ein Märchen klingt, kann morgen Wirklichkeit sein. Hier ist ein Märchen von übermorgen: Es gibt keine Nationalstaaten mehr. Es gibt nur noch die Menschheit und ihre Kolonien im Weltraum. Man siedelt auf fernen Sternen. Mit heute noch unvorstellbaren Geschwindigkeiten durcheilen Raumschiffe unser Milchstraßensystem. Eins dieser Raumschiffe ist die Orion, winziger Teil eines gigantischen Sicherheitssystems, das die Erde vor Bedrohungen aus dem All schützt. Soweit der Vorspann der legendären Science-Fiction-Serie „Raumpatrouille – Die fantastischen Abenteuer des Raumschiffes Orion“ aus dem Jahr 1966.

50 Jahre später wird die Orion Realität: Gestern begrüßte die Witzenmann-Geschäftsführung eine hochrangige Delegation der US-amerikanischen Raumfahrtbehörde Nasa und der Europäischen Weltraumorganisation Esa sowie Vertreter des weltweit zweitgrößten Raumfahrtunternehmens – die Airbus Defence and Space – im Pforzheimer Stammhaus. Hintergrund des Besuches ist eines der ehrgeizigsten Projekte in der internationalen Raumfahrt – der Bau des modernen Raumschiffs Orion. Witzenmann liefert für das interplanetare Raumschiff flexible Bauteile für die sichere Treibstoffversorgung. Mit der Orion-Mission reaktiviert die Nasa ihre Pläne für die bemannte Raumfahrt jenseits erdnaher Umlaufbahnen.

Am 12. Dezember 2014 endete mit dem fünften Versorgungsflug zur internationalen Raumstation ISS das Kapitel des von Airbus Defence and Space gebauten multifunktionalen Raumtransporters ATV. Zugleich begann eine neue Ära in der bemannten Raumfahrt Europas: Die Weltraumbehörden Esa und Nasa bauen gemeinsam das neue interplanetare Raumschiff Orion mit dem Fernziel in den 2030er-Jahren eine Marsmission zu starten.

Die Europäer übernehmen dabei die Konstruktion des sogenannten Europäischen Servicemoduls (ESM), das auf dem Design des ATV basiert. Aufgabe des Servicemoduls ist es, den Antrieb, die Energieversorgung, die Temperaturkontrolle sowie zentrale Elemente des Lebenserhaltungssystems sicherzustellen. „Bemerkenswert an der Kooperation ist, dass die Nasa erstmals in ihrer Geschichte auf die Lieferung missionskritischer Komponenten von nichtamerikanischen Partnern zugreift und dass ein ausländischer Partner Schlüsseltechnologien für ein so wichtiges Programm entwickeln darf“, erläuterte Witzenmann-Geschäftsführer Hans-Eberhard Koch. Den Bau des Moduls übernimmt der industrielle Hauptauftragnehmer Airbus Defence and Space in Bremen. Witzenmann liefert für den Weltraumtransporter verschiedene Ventilbälge, die die Treibstoffventile gegen das Vakuum im Weltraum abdichten. Dabei werden höchste Qualitätsanforderungen an die industrielle Produktion der Bälge gestellt. „Wir haben uns davon überzeugt, was Witzenmann sonst noch alles kann“, sagte Orion-Projektleiter Mark Kirasich bei seinem Besuch in der Goldstadt.

Seit der letzten Mondlandung im Jahr 1972 beschränkten sich die US-amerikanischen, russischen und europäischen Weltraum-Aktivitäten auf den erdnahen Orbit mit der Forschung in der internationalen Raumstation ISS. Jetzt geht es 2030 zum Mars.