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Die Witzenmann-Geschäftsführer (von links): Philip Paschen (Logistik), Hans-Eberhard Koch (Vorsitzender), Gerhard Flöck (Finanzen) und Andreas Kämpfe (Technik) vor einem Teil des Sortiments an flexiblen metallischen Komponenten.
Die Witzenmann-Geschäftsführer (von links): Philip Paschen (Logistik), Hans-Eberhard Koch (Vorsitzender), Gerhard Flöck (Finanzen) und Andreas Kämpfe (Technik) vor einem Teil des Sortiments an flexiblen metallischen Komponenten.
01.11.2015

Witzenmann wächst weltweit

Fast 70 Prozent ihres Umsatzes macht die Pforzheimer Witzenmann-Gruppe zwischenzeitlich im Ausland. Doch das Herz des mittelständischen Familienunternehmens schlägt seit über 160 Jahren in der Goldstadt, wie Witzenmann-Chef Hans-Eberhard Koch beim Pressegespräch bekräftigte. Fast die Hälfte der weltweit 3919 Beschäftigten (30. September) sind am Stammsitz an der Östlichen sowie den Werken in Remchingen und Kieselbronn (Witzenmann-Speck) tätig.

„Der Geschäftsverlauf im aktuellen Jahr liegt über unseren Erwartungen. Verläuft das vierte Quartal nach Plan, werden wir einen Gesamtumsatz von 565 Millionen Euro realisieren.“ Bis Ende September erzielte die Gruppe einen Umsatz von 436,8 Millionen Euro (plus 10,6 Prozent). Allerdings sei das Umsatzplus durch günstige Währungseffekte „gedopt“.

Internationales Wachstum

„Das Ziel, 2025 eine Umsatzgröße von einer Milliarde Euro zu erreichen, haben wir fest im Blick“, so Koch. Wichtig für den Erfolg sei die regionale und branchenspezifische Differenzierung Witzenmanns. „Unterschiedliche konjunkturelle Entwicklungen werden damit gut ausgeglichen.“ Wichtige Säulen des Wachstums seien die Markterfolge in den USA, China, Russland und Indien. Aber auch im europäischen Markt konnte Witzenmann weiter wachsen. Zuwächse konnten insbesondere mit Entkoppel-Elementen für Abgasanlagen und motornah verbauten Leitungselementen für Pkw sowie Nutzfahrzeuge erzielt werden. Hierzu habe auch die Belebung der Automobilverkäufe in Europa beigetragen. „VW ist ein guter Kunde, wir sind dabei aber nicht auf die Dieseltechnologie fixiert“, beantwortete Koch die Frage nach den Auswirkungen des VW-Abgasskandals. Bislang gebe es keine Anzeichen für ein Abkühlen der Automobilkonjunktur.

Der Ausbau der Unternehmensgruppe werde fortgesetzt. Dabei konzentriert sich Witzenmann stark auf die Internationalisierung des Industriegeschäfts. Die Töchter in Russland, Brasilien und China fungieren mittlerweile als Fertigungsstandorte für diese Branchen. In Brasilien wurde ein erster lokal gefertigter Großauftrag für die Chemieindustrie ausgeliefert. Der neue Fahrzeugteile-Standort in Mexiko ist mittlerweile startklar. „Sobald die Kundenfreigaben vorliegen, kann die Serienfertigung für die Automobilkunden beginnen“, ergänzte Geschäftsführer Gerhard Flöck.

Mit einem systematischen Innovationsmanagement werde ständig Ausschau nach neuen Anwendungen in künftigen Märkten gehalten, versicherte Technik-Geschäftsführer Andreas Kämpfe. Dazu zähle etwa die weitere Reduzierung von Abgas-Emissionen beim Verbrennungsmotor, beim mobilen oder stationären Einsatz von Brennstoffzellen, in der Luft- und Raumfahrt oder bei Schienenfahrzeugen.

Flüchtlinge integrieren

Für das nächste Jahr rechnet die Witzenmann-Gruppe trotz aller politischen, sozialen und technologischen Herausforderungen mit weiterem Wachstum. Im Zuge einer gelebten Willkommenskultur will man auch einen Beitrag dazu leisten, die Asylbewerber im benachbarten Thales-Areal rasch zu integrieren. Gemeinsame Sportangebote sowie Kleiderspenden will Witzenmann ebenso anbieten wie Praktikumsplätze und Aushilfstätigkeiten.