nach oben
13.01.2009

Würth will rund 50 Stellen abbauen

PFORZHEIM. Wieder eine Hiobsbotschaft für den regionalen Arbeitsmarkt: Am Standort Pforzheim von Würth-Elektronik an der Östlichen müssen 45 bis 50 der 179 Beschäftigten gehen. Die Massenentlassung wurde am Dienstagabend bekannt gegeben.

Demnach haben sich Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertretung darauf verständigt, dass man gezwungen sei, den Mitarbeiterstamm im Werk Pforzheim zu reduzieren, erklärte am Abend auf PZ-Anfrage Regina Schmezer, Sprecherin von Würth-Elektronik in Niedernhall.

Auswirkung der Wirtschaftskrise

Die Würth Elektronik Gruppe ist eine selbständige Tochter der Unternehmensgruppe Würth – vor allem bekannt durch das gleichnamige Schrauben-Unternehmen in Künzelsau – und besteht aus vier Unternehmensbereichen mit unterschiedlichen Tätigkeitsfeldern. In Werk Pforzheim werden Leiterplatten gefertigt. Vor einigen Jahren übernahm Würth an der Östlichen das ehemalige Leiterplattenwerk Metallex von SEL. Würth Elektronik baute es aus und liefert derzeit rund 30 Prozent dieser Produkte in den Automotive-Bereich. Unterdessen seien „alle Leiterplatten-Serienwerke der Würth Elektronik gleichermaßen von den Auswirkungen der derzeitigen Wirtschaftskrise betroffen und müssen Anpassungen vornehmen“, sagte Schmezer. Nach Informationen der IG Metall sollen neben Pforzheim weitere Arbeitsplätze an den Standorten Niedernhall, Rot am See und Schopfheim abgebaut werden, insgesamt rund 130.

Indes: Im Gegensatz zu Pforzheim konnten die anderen Werke „die Kapazitätsreduzierung bis dato über das Auslaufen von Zeitarbeitsverträgen sowie den Abbau von Leiharbeitskräften abbilden“. Die Maßnahme in der Goldstadt werde „über nahezu alle Abteilungen hinweg passieren und spiegelt den Gesamtkapazitätsabbau wider“, so die Sprecherin.

Es gehe jedoch nicht darum, komplette Prozesse und damit Abteilungen zu schließen. „Das Werk Pforzheim wird nach wie vor die bisherigen Funktionen abdecken, allerdings mit einer reduzierten Kapazität“, versicherte Schmezer. Grund für den Stellenabbau: „Die Auftragseingänge im Unternehmensbereich sind in den letzten Monaten dramatisch eingebrochen. Vor diesem Hintergrund sind strukturelle Anpassungen zur Sicherung des Gesamtunternehmens unvermeidbar“, sagte Schmezer. Das Problem ziehe sich durch die gesamte Branche.

Auffanggesellschaft im Gespräch

Derweil fordert Arbeitnehmervertretung, dass Mitarbeitern, die nicht weiter beschäftigt werden, der Übergang in eine Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft (BQG) angeboten werde. „Würth Elektronik unterstützt diese Forderung. Aktuell sind Arbeitgeber und Arbeitnehmervertretung in Verhandlungen über die konkrete Ausplanung der BQG“, machte die Sprecherin deutlich. Der Pforzheimer IG-Metall-Bevollmächtigte Martin Kunzmann hofft, dass die Situation für die Beschäftigten damit zumindest etwas abgefedert werden kann.