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12.07.2018

Zahl der neuen Verbraucherkredite erstmals über acht Millionen

Wiesbaden. Deutschlands Verbraucher behalten trotz günstiger Kreditzinsen einen kühlen Kopf. „Auch in der Tiefzinsphase haben Verbraucher ihre Finanzen fest im Griff und verschulden sich mit Augenmaß“, sagte Schufa-Vorstandschef Michael Freytag anlässlich der Veröffentlichung des aktuellen „Kredit-Kompasses“.

Nach Daten der Auskunftei stieg die Zahl der neu abgeschlossenen Verbraucherkredite 2017 gegenüber dem Vorjahr um 4,4 Prozent auf erstmals mehr als acht Millionen. Im Schnitt waren es 10272 Euro pro Kredit und damit 47 Euro mehr als im Jahr zuvor.

Am häufigsten nehmen Verbraucher einen Ratenkredit demnach für den Kauf von Autos, Möbeln sowie elektronischen Geräten in Anspruch. Wie schon 2016 zahlten die Bundesbürger im vergangenen Jahr 97,8 Prozent aller Ratenkredite reibungslos zurück. „Das zeigt, dass die Verbraucher sehr zuverlässige Kreditnehmer sind“, sagte Freytag. Wenn Menschen mit der Rückzahlung in Verzug gerieten, dann meist wegen Krankheit, Arbeitslosigkeit oder Scheidung.

Ende des Jahres verzeichnete die Schufa in ihrem Datenbestand insgesamt 17,9 Millionen Ratenkredite, ein Plus von 3,5 Prozent. Die Restschuld je Kredit betrug im Schnitt 11355 Euro. Sie erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr damit um 562 Euro. Aus Sicht Freytags ist dies jedoch kein Anlass zur Sorge. „Die Verbraucher haben sich in den vergangenen Jahren sehr rational verhalten. Wir sehen gute Chancen, dass sich die Entwicklung in absehbarer Zeit so fortsetzt.“

Freytag rechnet damit, dass die Zahl der Verbraucherkredite weiter steigen dürfte – allein schon aus demografischen Gründen. „Die Menschen leben immer länger und sind immer länger fit. Auch über 70-Jährige investieren heute in größere Anschaffungen, zum Beispiel in eine neue Küche.“ Hinzu kämen das robuste Wirtschaftswachstum, die niedrige Arbeitslosigkeit und eine vergleichsweise geringe Inflation. Das alles beflügle den Privatkonsum. Obwohl Ökonomen wegen Trumps protektionistischer Handelspolitik zuletzt ihre Konjunkturprognosen herunterschraubten, rechnen laut Marktforschungsinstitut GfK nach wie vor viele Bürger in Deutschland mit höherem Einkommen und sind bereit, Geld auszugeben.