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Vom Präzisionstechnik-Zentrum sollen auch die Stanztechnik-Unternehmen in der Region profitieren, hier Patrice Zachmann von Enayati (Birkenfeld).
Vom Präzisionstechnik-Zentrum sollen auch die Stanztechnik-Unternehmen in der Region profitieren, hier Patrice Zachmann von Enayati (Birkenfeld).
30.09.2015

Zuschuss für Präzisionstechnik lockt

Pforzheim will mehr für die Präzisionstechnik tun. Mit finanzieller Unterstützung des Landes Baden-Württemberg soll in Bereich der Hochschule Pforzheim ein Zentrum für Präzisionstechnik (ZPT) entstehen. Der Wirtschaftsförderungsausschuss des Gemeinderats muss bis Dezember entscheiden, ob das Projekt umgesetzt werden soll. Im Rahmen der Initiative Hochform wurde das geplante Zentrum als Leuchtturmprojekt im landesweiten Wettbewerb RegioWin mit einer Fördersumme von 5,5 Millionen Euro prämiert. Diese Summe setzt sich aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und aus Landesmitteln zusammen.

Bis Januar 2016 muss die Stadt einen entsprechenden Förderantrag beim Land Baden-Württemberg stellen. Dies soll sowohl Existenzgründern ein Sprungbrett in die Praxis bieten als auch den Austausch zwischen Industrie und Hochschule fördern. Die Idee für eine solche Einrichtung ist nicht ganz neu und wurde mehrfach auf Eis gelegt.

Das Landesförderprogramm RegioWin bietet jetzt neue Chancen für eine Umsetzung: 70 Prozent der Investitionskosten trägt das Land Baden-Württemberg. Das wären über fünf Millionen der Baukosten. Die restlichen 2,3 Millionen Euro müsste die Wirtschaftsförderung über ein langfristiges Darlehen aufbringen. Pro Jahr rechnet Wirtschaftsförderer Reiner Müller zudem mit einem Zuschussbedarf für den laufenden Betrieb des ZPT in Höhe von 413 000 Euro, den ebenfalls die Stadt tragen müsste.

Das in der Goldstadt geplante Branchenzentrum ist als indus-trienahe Anlaufstelle mit dem Fokus auf klein- und mittelständische Unternehmen konzipiert und bietet umfassende wissenschaftliche und technologische Unterstützung bei der Entwicklung von hochpräzisen Produkten und Verfahren, erläuterte Oberbürgermeister Gert Hager. Parallel dazu wird eine Weiterentwicklung der ebenfalls aus Mitteln der EU geförderten Cluster-Initiative „Hochform“ verfolgt. An dieser Maßnahme partizipieren sämtliche der knapp 400 Unternehmen in den Bereichen Stanz- und Umformtechnik, der Oberflächenbearbeitung, Medizintechnik sowie Werkzeug- und Maschinenbau.

Mit günstigen Mietpreisen soll im Zentrum für Präzisionstechnik auch die Existenzgründung unterstützt werden. Dort werde auch eine passgenaue Technologieberatung für kleine und mittlere Unternehmen stattfinden. „Wir wollen bestehende Hemmschwellen abbauen“, ergänzte Hochschul-Rektor Professor Ulrich Jautz. Für die Goldstadt sei das eine Chance sich präzisionstechnisch zukunftsweisend aufzustellen. Auch andere Forschungsinstitute und die Unternehmen aus dem Cluster Hochform sollen in der Projekt eingebunden werden. Das befürwortet auch Professor Carlo Burkhardt, Geschäftsführer der Präzisionstechnikfirma OBE in Ispringen. „Damit hätte Pforzheim ein Schaufenster, das diese wichtige Branche ins rechte Licht rückt.“ OB Hager verspricht sich vom ZPT mehr Neuansiedlungen und mehr Gründer.