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20.02.2009

Zuversicht in schwieriger Zeit auf der Schmuckmesse Inhorgenta

MÜNCHEN. Nach einem zufriedenstellenden Weihnachtsgeschäft blickt die Uhren- und Schmuckbranche erwartungsvoll nach München. Dort hat am Freitag für vier Tage die Fachmesse Inhorgenta eröffnet. Der Auftakt verlief positiv.

Die 120 Aussteller aus Pforzheim und der Region versprühten zum Auftakt Optimismus, auch wenn die ersten Messeereignisse des Jahres in Vicenza und Genf nicht überzeugten. Die Schmuckstücke und Zeitmesser in den Vitrinen waren auf Hochglanz poliert und der Andrang am Eröffnungstag war vielversprechend.

SPD-Bundestagsabgeordnete Katja Mast und Pforzheims Oberbürgermeisterin Christel Augenstein verschafften sich bei einem Messerundgang einen ersten Überblick. Juweliere aus Deutschland und dem benachbarten europäischen Ausland nutzen die Gelegenheit sich über die Neuheiten zu informieren. Die Aussteller an den Messeständen hatten alle Hände voll zu tun, um bei den Vorlageterminen ihre Waren ins rechte Licht zu rücken.
So freute sich beispielsweise die Pforzheimer Uhrenfabrik Ziemer mit ihrer Marke Claude Pascal über das Interesse von Einkäufern aus Portugal. Ansonsten gehen die Armband- und Taschenuhren überwiegend an deutsche Juweliere. „Das wird eine gute Messe“, gab sich auch Philipp Kohlermann überzeugt. Seine Pforzheimer Firma Luxury Brand International hat mit der Uhrenmarke TW Steel einen Volltreffer gelandet. Die übergroßen Zeitmesser sind in Kooperation mit der Sylter Nobel-Marke Sansibar zum Kultobjekt geworden. Fußball-Profis wie Robinho und Handball-Weltmeistertrainer Heiner Brand tragen die Uhren.
„Die Menschen wollen sich etwas leisten, auch wenn die Euros nicht mehr so locker sitzen wie früher“, sagt Kohlermann, der auch Charriol-Zeitmesser vermarktet.
An die kaufkräftige Kundschaft wendet sich auch die Ispringer Uhrenschmiede Bethge&Söhne, die seit 1939 mechanische Chronographen herstellt. Wolfgang Bethge präsentiert auf der Inhorgenta einen Tourbillon mit einem Gehäuse aus 64 Gramm Feingold. Bethge hat wie etliche andere Pforzheimer Unternehmen zugunsten des Engagements in München seine Beteiligung auf der Weltmesse in Basel abgesagt.
Auf hochwertige Zeitmesser aus der sächsischen Uhrenmetropole Glashütte setzt Bruno Söhnle. Der Wurmberger Unternehmer hat dort eine eigenständige Fertigung aufgebaut, die auch Taschenuhren herstellen. „Made in Germany“ ist gefragt, das bestätigt auch Hans-Jörg Vollmer, Chef der Pforzheimer Firma Aristo. Die Marke besteht seit über 100 Jahren und seine Fliegeruhren und die klassische Damen-Kollektion haben einen guten Ruf.
Einen glänzenden Auftritt bescheinigte Katja Mast den auf der Inhorgenta vertretenden Firmen aus der Region. Mit markantem Design und höchster Qualität könnten sich diese im Wettbewerb gut behaupten.
Im wahrsten Sinn die Krone setzte die Pforzheimer Firma Drachenfels ihrem Messestand auf, während in den Vitrinen eindrucksvoll fantasievolle Feenwelten inszeniert werden. Schmuckfirmen wie Victor Mayer (Pforzheim), Leo Wittwer (Birkenfeld) und Bruno Mayer (Keltern) glänzen mit kostbaren Produkten. Oberbürgermeisterin Augenstein informierte sich über die Leistungsfähigkeit der Pforzheimer Scheideanstalten und bewunderte die Schmuckketten von Schofer und Herbstrith. „Jetzt müssen nur noch die Juweliere die hochwertigen Preziosen bestellen“, meinte die Rathaus-Chefin. Sie hatte schon am Vorabend der Inhorgenta den festlichen „Jewellery Cocktail“ der Deutschen Schmuck- und Uhrenindustrie im Münchner Lenbach-Palais besucht.