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Eine neue Brennwertheizung reduziert den Energieverbrauch im Vergleich zu einem alten Heizkessel ganz enorm und kann helfen, die teuren Folgen der Kohlendioxid-Bepreisung zu senken.  Foto: obs/IWO Institut für Wärme und Öltechnik 

ebz informiert: So entgeht man hohen Mehrkosten durch die Kohlendioxid-Bepreisung

Pforzheim/Enzkreis. Mit der Einführung der CO2-Bepreisung kommen auf Eigentümer von unsanierten Gebäuden Mehrkosten zu. Auch durch attraktive Förderungen rechnen sich der Einsatz von erneuerbare Energien und Dämmmaßnahmen. „Die neue CO2-Bepreisung ist ein Grund mehr für eine energetische Sanierung“, empfiehlt daher Edith Marqués Berger, Geschäftsführerin des Energie- und Bauberatungszentrums Pforzheim / Enzkreis (ebz).

 „Wer saniert, erhält seit diesem Jahr – dank der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) – außerdem deutlich mehr Fördergeld. Zudem ist die Antragstellung mit dem BEG einfacher als früher. Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer sollten diese Chance jetzt wahrnehmen“, sagt Edith Marqués Berger. Unter www.ebz-pforzheim.de oder Telefon (07231) 3971-3600 erhält man Informationen zu den kostenlosen Beratungsangeboten des ebz.

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Das sind die häufigsten Einzelmaßnahmen für eine energetische Sanierung. Grafik: Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena).

Preise pro Tonne CO2 steigt ständig

Seit 1. Januar sind 25 Euro pro Tonne CO2 für Kraft- und Brennstoffe im Verkehrs- und Gebäudebereich fällig. Für einen Liter Heizöl zahlen Hauseigentümer in diesem Jahr 7,9 Cent mehr. Dabei wird es nicht bleiben: In den nächsten Jahren werden die CO2-Kosten von Erdgas und Heizöl weiter steigen, um im Klimaschutz voranzukommen. Darauf weist das vom Umweltministerium Baden-Württemberg geförderte Informationsprogramm Zukunft Altbau hin.

Eine Beispielrechnung für ein Einfamilienhaus mit Ölheizung und einem jährlichen Verbrauch von 3.000 Liter Heizöl zeigt: Je nach Entwicklung der CO2-Bepreisung betragen die Zusatzkosten in den nächsten 20 Jahren zwischen 15.000 und 25.000 Euro. So lange ist eine Heizung mindestens in Betrieb. Gedämmte Häuser, die erneuerbare Energien nutzen, verursachen dagegen keine CO2-Zusatzkosten und werden daher deutlich attraktiver.

Der CO2-Preis steigt 2022 auf 30 Euro pro Tonne, 2023 auf 35 Euro, 2024 auf 45 Euro und 2025 auf 55 Euro. Danach sollen weitere Erhöhungen folgen; wie hoch diese ausfallen werden, ist noch offen.

Szenarien veranschaulichen mögliche Zusatzkosten

Hauseigentümer, die in einem 150-Quadratmeter-Haus mit einem schlechten Energiestandard und rund 3.000 Liter Heizölverbrauch pro Jahr leben, müssen für den Zeitraum von 2021 bis 2025 Zusatzkosten von insgesamt rund 1.800 Euro einkalkulieren. Welche Kosten ab 2026 hinzukommen können, zeigen beispielhafte Szenarien: Steigt der CO2-Preis pro Tonne bis 2030 auf 100 Euro und verläuft danach konstant, belaufen sich die Mehrkosten in 20 Jahren auf bereits gut 15.000 Euro. Steigt er dagegen auf den vom Umweltbundesamt empfohlenen Wert von 180 Euro, summieren sich die Zusatzkosten sogar auf rund 25.000 Euro. Selbst wenn man von keiner weiteren Erhöhung ab 2025 ausgeht, kommen in 20 Jahren rund 6.500 Euro Mehrkosten hinzu. Dass es nach 2025 bei den 55 Euro pro Tonne CO2 bleibt, halten Experten jedoch für sehr unwahrscheinlich.

Zum Vergleich: Bei den erneuerbaren Energieträgern fallen nach aktuellen Vorgaben keine Zusatzkosten an. Die CO2-Emissionen von Strom werden im Rahmen des europäischen Emissionshandels bereits seit 2005 in den Strompreis mit eingerechnet.

Heizungen auf Basis fossiler Energien werden künftig durch die CO2-Kosten im Betrieb deutlich teuer, vor allem in schlecht gedämmten Gebäuden.