20-köpfige Gruppe verwüstet DDR-Ausstellung in Stuttgart

Stuttgart (dpa/lsw) - Unmittelbar vor dem Tag der Deutschen Einheit hat eine etwa 20-köpfige Gruppe in Stuttgart eine Ausstellung über die DDR verwüstet. Der Anschlag auf die Ausstellung «Die heile Welt der Diktatur? Herrschaft und Alltag in der DDR» der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur war nach Angaben der Polizei von Mittwoch offensichtlich politisch motiviert.

Die Täter hinterließen Flyer, aus denen hervorgeht, dass es sich um eine Protestaktion anlässlich der Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit handelt. Die «Revolutionäre Aktion Stuttgart» äußerte in einer öffentlichen Erklärung am Mittwoch, ihre Aktion richte sich gegen die «geschichtsrevisionistische Darstellung der DDR und das nationalistische Spektakel, das der Legitimierung der herrschenden Politik dienen soll». Die Polizei will das Bekennerschreiben überprüfen.

Die vermummten und faschingsähnlich kostümierten Täter drangen am späten Dienstagabend in das Jugendhaus Mitte in Stuttgart ein. Sie rissen 14 der 20 Ausstellungstafeln von den Wänden und nahmen diese mit. Eine Mitarbeiterin und Besucher des Jugendhauses versuchten vergebens, die Personen an der Flucht zu hindern. Der Lernort Gedenkstätte und das Jugendhaus Mitte wollten die Ausstellung am 2. und 3. Oktober zum Tag der Deutschen Einheit zeigen.