Björn Höcke, Fraktionsvorsitzender der Alternative für Deutschland (AfD) im Thüringer Landtag, spricht bei einer Kundgebung des AfD-Ortsverbands Bruchsal und des Kreisverbands Karlsruhe-Land auf dem Friedrichsplatz.

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Demonstranten, die dem Aufruf des Bündnisses "Wir für Menschlichkeit" gefolgt sind, bilden in der Fußgängerzone eine Menschenkette als Zeichen gegen die am Nachmittag stattfindende AfD-Veranstaltung.

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Baden-Württemberg
AfD-Kundgebung mit Höcke in Bruchsal - und Gegendemonstration
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Bruchsal. Bei einer Kundgebung der AfD mit dem wegen rechter Äußerungen umstrittenen thüringischen Politiker Björn Höcke in Bruchsal (Kreis Karlsruhe) hat es am Samstag einige Festnahmen und Leichtverletzte gegeben. Rund 1000 Gegendemonstranten standen nach Polizeiangaben 480 Anhängern der AfD gegenüber. Zehn Personen wurden vorübergehend festgenommen.

Kurz vor Ende der Veranstaltung kam es zu einer Auseinandersetzung, teilte die Polizei mit. Dabei habe ein AfD-Anhänger einem Teilnehmer des linken Spektrums Pfefferspray aus der Hand gerissen und versprüht. Fünf Polizisten erlitten leichte Verletzungen. An anderer Stelle hatte zuvor ein Demonstrant versucht, eine Polizeiabsperrung zu überwinden. Die Beamten setzten Pfefferspray ein. Dabei wurden ein AfD-Teilnehmer und ein Polizist leicht verletzt.

Höcke sprach sich gegen Zuwanderung von Flüchtlingen aus und forderte, «dass die Asylindustrie stillgelegt wird». Deutschland befinde sich angesichts der Flüchtlingspolitik in einem absurden Zustand.

Während Höckes Rede machten die Demonstranten mit Trommeln, Trillerpfeifen und Sprechchören ihren Protest deutlich. Immer wieder riefen sie: «Es gibt kein Recht auf Nazi-Propaganda.» Rund 800 Beamte von Landes- und Bundespolizei waren nach Angaben eines Polizeisprechers im Einsatz. Auch Hundeführer, Reiter und Wasserwerfer standen bereit, um die beiden Lager zu trennen. Sie mussten aber nicht eingesetzt werden.

Ein breites Bündnis «Wir für Menschlichkeit» aus Parteien, Gewerkschaften, Kirchen, Künstlern und anderen gesellschaftlichen Gruppen hatte zu einer Menschenkette vor der Veranstaltung aufgerufen. Nach Angaben der Polizei beteiligten sich mehr als 900 Frauen, Männer und Kinder daran.

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