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Ein Mann soll in der Albert-Einstein-Schule in Ettlingen ein Messer gezückt haben. Das Gelände wurde weitgehend abgesperrt und die Schüler klassenweise evakuiert. Vor der Absperrung versammelten sich teilweise auch Eltern der Schüler, die sich um ihre Kinder sorgten. © Clemens Brüderlein / Tim Kai Hierscher
Ein Mann soll in der Albert-Einstein-Schule in Ettlingen ein Messer gezückt haben. Das hat einen Großeinsatz der Polizei ausgelöst. © Symbolbild: dpa
10.02.2014

Amoklauf verhindert? Schüler eingeschlossen - Keine Verletzten

Aufregung in Ettlingen. Blaulicht und Martinshorn von allen Seiten. Hubschrauber fliegen SEK- und MEK-Beamte ein. 30 Streifenwagen eilen zur Albert-Einstein-Schule, weil dort ein Mann ein Messer gezückt haben soll. Allen Gerüchten zum Trotz, die auf Facebook oder in anderen Netzwerken kursierten, gab es keine Toten und keine Verletzten. Auch von dem Mann fehlt noch jede Spur.

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Um 12.05 Uhr wurde die Polizei alarmiert. Vier Mädchen hatten in einem Erste-Hilfe-Raum der Schule einen mit 18 bis 20 Jahre alten Mann beobachtet, der in einen Schrank hineingriff und einen messerähnlichen Gegenstand in einer Hand hielt. Der offensichtlich schulfremde Mann entfernte sich sofort, nachdem er von den Zeugen überrascht worden war.

Die Schüler verständigten umgehend ihren Rektor, der daraufhin das standardisierte, schul-interne Sicherungssystem auslöste und die Polizei alarmierte. Die Polizei musste nach der Alarmierung von einer akuten Bedrohungslage ausgehen. Geiselnahme? Amoklauf? Alles schien möglich. Zusätzliche Brisanz erhielt die Situation für die Einsatzkräfte durch einen Handykontakt zwischen einem Geschwisterpaar, der den Aufenthaltsort des Gesuchten in einem Klassenzimmer vermuten ließ. Allerdings stellte sich diese Information später als haltlos heraus.

Um jede Gefahr auszuschließen, wurden die Lehrer sofort über den internen Alarm aufgefordert, sich mit ihren Schülern in den Klassenzimmern einzuschließen. Dann durchsuchten Angehörige des Sondereinsatzkommandos und des Mobilen Einsatzkommandos mit gezückten Waffen das Schulgebäude durchsuchten. Ein Hubschrauber kreiste über der Schule. Die Schulklassen wurden nach und nach aus den Räumen begleitet und ins Ettlinger Eichendorff-Gymnasium gebracht. Diese planmäßigen Evakuierungsmaßnahmen liefen ruhig und geordnet ab. Eltern, die rund 1200 Schüler und Lehrer werden im Eichendorff-Gymnasium fachkundig betreut.

Vor Ort konnten die Polizisten jedoch nach einer gründlichen Durchsuchung der Schulgebäude und des Umfeldes bislang keinen Hinweis auf den Mann mit dem Messer finden. Um 16.20 Uhr konnte das Schulzentrum wieder freigegeben werden.

Ein Polizeisprecher erklärte, dass es keine Toten, keine Verletzten und auch keinen Kontakt zu dem Mann mit dem Messer gegeben habe, auch wenn es Gerüchte in Sozialen Netzwerken gab, die von Opfern sprachen.

Nicht nur die Schüler waren in Aufruhr, auch etliche Eltern hatten aus Sorge um ihre Kinder den Weg zur Schule gesucht, weil sie von ihrem Nachwuchs per Handy über die Situation informiert worden waren. Ausbilder von Lehrlingen, die in dem Schulkomplex die Berufsschule besuchen, hatten auch schon bei PZ-news angerufen.