nach oben
Im Landgericht Ellwangen muss geklärt werden, ob ein junger Vater aus Crailsheim sein Baby so schwer misshandelt hat, dass es an den Folgen seiner Handlungen gestorben ist.
Im Landgericht Ellwangen muss geklärt werden, ob ein junger Vater aus Crailsheim sein Baby so schwer misshandelt hat, dass es an den Folgen seiner Handlungen gestorben ist. © dpa
15.03.2018

Baby zu Tode misshandelt - Prozess gegen Vater beginnt

Ellwangen. Ein junger Vater aus Crailsheim soll sein Baby so schwer misshandelt haben, dass es gestorben ist. Seit Donnerstag muss sich der 28-Jährige vor dem Landgericht Ellwangen wegen Körperverletzung mit Todesfolge verantworten.

Dem Mann wird vorgeworfen, das weinende Mädchen im Oktober 2016 geschüttelt und dessen Kopf gegen einen harten Gegenstand gestoßen zu haben (Az.: 1 Ks 41Js 17628/16).

Wie ein Gerichtssprecher sagte, soll er mit dem noch keine zwei Monate alten Kind allein in der Wohnung gewesen sein, in der er zusammen mit der Mutter lebte. Der 28-Jährige bestreitet die Vorwürfe. Dem Sprecher zufolge gab er an, das Kind sei ihm heruntergefallen. Er hatte demnach selbst den Notarzt gerufen, als das Kind apathisch wurde. Es starb jedoch wenige Tage später an einem Schädel-Hirn-Trauma.

Zum Prozessauftakt am Donnerstag wurden mehrere Zeugen erwartet - darunter Ärzte, die mit der Behandlung zu tun hatten. Auch Sachverständige waren einem Sprecher zufolge eingeladen. Die Verhandlung soll am Freitagnachmittag fortgesetzt werden. Dann soll den Angaben zufolge auch die Mutter des Kindes als Zeugin gehört werden. Ob am Freitag ein Urteil gesprochen wird, war zunächst offen.

Bundesweit sorgen immer wieder Fälle von Kindesmisshandlung für Bestürzung. Im Januar 2015 wurde etwa der drei Jahre alte Alessio in Lenzkirch im Schwarzwald von seinem Stiefvater zu Tode geprügelt. Der Mann wurde deswegen vom Landgericht Freiburg zu sechs Jahren und zwei Monaten Haft verurteilt.

Das Landgericht Mönchengladbach verurteilte im vergangenen Jahr einen jungen Mann zu lebenslanger Haft, weil er das Kind seiner Lebensgefährtin in Viersen zu Tode misshandelte. Er hatte den Jungen im Oktober 2016 durch Schläge oder Tritte sehr schwer verletzt und ihn wohl am Ende erwürgt.