Der Aufwärtstrend im seit Jahren kriselnden Wohnungsbau in Baden-Württemberg verstetigt sich: Im ersten Halbjahr ist die Zahl der Baugenehmigungen für Wohnungen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 34 Prozent gestiegen. Das teilte das Wohnungsbauministerium in Stuttgart mit. Von Januar bis Juni 2026 wurden somit 14.839 neue Wohnungen genehmigt, nach 11.081 im Vorjahr.
Damit fällt der Anstieg in Baden-Württemberg deutlich stärker aus als im Bund. Bundesweit nahm die Zahl der genehmigten Wohnungen in neuen Wohngebäuden im ersten Halbjahr 2026 um 15,8 Prozent zu.
Ministerin: Eine Baugenehmigung ist noch kein fertiges Haus
Die baden-württembergische Wohnungsbauministerin Theresa Schopper (Grüne) sagte, der spürbare Aufwärtstrend bei den Baugenehmigungen sei eine gute Nachricht. «Die Zahlen sind ein Hoffnungsschimmer, aber darauf dürfen wir uns nicht ausruhen: Eine Baugenehmigung ist noch kein fertiges Haus und ein Auftrag noch keine Wohnung, in die jemand einziehen kann.» Jetzt komme es darauf an, dass daraus auch tatsächlich mehr Baustellen und am Ende mehr Wohnungen werden.
Schopper mahnte, der Staat alleine werde die angespannte Lage nicht auflösen können. «Ich bin überzeugt: Wir brauchen mehr Mut zur Vereinfachung. Bei den derzeitigen Baukosten müssen auch die Bauherren die Anforderungen prüfen: Erreicht der Bau sein Ziel mit angemessenem Aufwand? Oder geht es einfacher, ohne dass die Qualität auf der Strecke bleibt?»
Von der Genehmigung zum Bau dauert es eine Weile
Die Zahl der Baugenehmigungen ist mit Blick auf die Wohnungsnot in vielen Städten ein wichtiger Indikator. Allerdings werden häufig genehmigte Wohnungen zunächst nicht gebaut, weil Handwerker und Baufirmen wegen großer Nachfrage keine Kapazitäten haben.
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