Baden-Württemberg
Besuch in Nagold: Ministerpräsident Kretschmann im feinen Zwirn

Für den scheidenden Ministerpräsidenten schließen sich derzeit viele Kreise. Wie es halt so ist, wenn man sich auf der Zielgeraden seiner Regierungszeit befindet. Der Besuch in Nagold ist da keine Ausnahme. Dort war Kretschmann letztmals 2012, noch recht früh in seiner ersten Amtszeit, als er die Landesgartenschau eröffnete („Das klingt immer so nach Blumen, ist aber viel mehr“).

Eine Kolumne von PZ-Redakteurin Lisa Scharf

So erzählt der Grüne es, als er in dieser Woche wieder nach Nagold kommt – dieses Mal in den letzten Wochen seiner dritten Amtszeit, im Rahmen eines Bürgerdialogs und als Wahlkämpfer für seinen Wunsch-Nachfolger Cem Özdemir.

Aber Kretschmann hat vor allem auch eine ganz persönliche Verbindung zu der Stadt: „Ich trage fast ausschließlich Anzüge der Firma Digel“, erzählt er auf der Bühne – und präsentiert stolz sein Jackett. Der feine Digel-Zwirn sei „fast schon zu schick für so ’nen alten Kerl wie mich“, scherzt der 77-Jährige. Nun – in wenigen Monaten kann Kretschmann einen Großteil seiner Garderobe wohl einmotten, schließlich kann er’s im Ruhestand auch modisch ruhiger angehen lassen. Und falls er doch mal was Schickes braucht: Politische Macht ist vergänglich, doch auf den Fabrikverkauf seines Vertrauens ist Verlass.

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