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Der Horror für Gärtner: Gerade noch erstrahlten die Buchsbaum-Pflanzen in sattem Grün und einen Tag später frisst der Buchsbaumzünsler alles komplett kahl.
Der Horror für Gärtner: Gerade noch erstrahlten die Buchsbaum-Pflanzen in sattem Grün und einen Tag später frisst der Buchsbaumzünsler alles komplett kahl. © dpa
10.08.2017

Buchsbaumzünsler und Pilz befallen immer mehr Pflanzen im Südwesten

Die Buchsbäume, die im Südwesten Gärten und Parkanlagen schmücken, sind derzeit stark bedroht. Neben dem Buchbaumzünsler, der die Blätter kahl frisst, macht auch eine Pilzkrankheit Probleme.

Allerdings sei das sogenannte Triebsterben nicht so flächendeckend wie der Befall mit dem Buchsbaumzünsler, wie der Geschäftsführer des Landesverbandes Württemberg im Bund Deutscher Baumschulen, Martin Herrmann, in Stuttgart mitteilte. Die gelbgrüne Raupe mache sich so aggressiv über den Buchs her, dass die Pflanze innerhalb kürzester Zeit komplett kahl sei.

Ob es hingegen zu einem Triebsterben wegen Pilzbefalls komme, hänge eher von der Witterung ab und davon, wie die Pflanze genutzt werde. Würden die Hecken häufig zurechtgeschnitten, könne sich der Pilz leichter ausbreiten. Außerdem seien nur manche Buchsbaumarten von dem Befall betroffen.

Etwa in Stuttgarts Parkanlagen und im Blühenden Barock in Ludwigsburg ist das Triebsterben aber ein großes Problem: Dem Direktor des Blühenden Barocks, Volker Kugel, zufolge werden deshalb in den Schlossgärten andere Büsche als Alternative getestet. Es lasse sich aber keiner so schön zurechtschneiden wie der Buchs. Auch dessen Farbe sei einzigartig. Wie Katja Siegmann von der Parkpflege der Wilhelma in Stuttgart mitteilte, können die Gärtner in Stuttgarts Grünflächen den Befall durch Buchsbaumzünsler derzeit hingegen noch abwehren.

Einige Baumschulen im Land haben den Verkauf von Buchsbäumen wegen der Raupe indes bereits eingestellt. «Damit droht eine alte Pflanze, die bestandsbildend für die Region ist, zu verschwinden», sagte Herrmann vom Baumschulen-Verband.

Der Buchsbaumzünsler kam vermutlich 2006 mit Pflanzenimporten aus Ostasien nach Südwestdeutschland. Jahr für Jahr breitete er sich in Baden-Württemberg weiter aus. Um die Schädlinge abzuwehren, müsse man jede Woche spritzen und die Buchsbäume gründlich untersuchen, sagte Herrmann vom Bund Deutscher Baumschulen. Hierzulande haben die Schädlinge keinen natürlichen Feind.

Gegen den Pilz Cylindrocladium buxicola, der für das Buchsbaumtriebsterben verantwortlich ist, gibt es kein Bekämpfungsmittel. Laut dem Landwirtschaftlichen Technologiezentrum Augustenberg in Karlsruhe färben sich bei einem Befall die Blätter braun und fallen schließlich ab, so dass die Pflanze abstirbt. Der Pilz verbreitet sich vor allem bei nass-kühlem Wetter. Das Triebsterben ist seit 2005 ein Problem im Südwesten.