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Ute Vogt will es bei der Bundestagswahl 2013 mit einer Kandidatur im Wahlbezirk Stuttgart I versuchen. Dort landete sie beim letzten Mal hinter den Kandidaten von CDU und Grünen. Nur einmal gelang es ihr, das Direktmandat zu erobern: 1998 im Wahlkreis Pforzheim.
Ute Vogt will es bei der Bundestagswahl 2013 mit einer Kandidatur im Wahlbezirk Stuttgart I versuchen. Dort landete sie beim letzten Mal hinter den Kandidaten von CDU und Grünen. Nur einmal gelang es ihr, das Direktmandat zu erobern: 1998 im Wahlkreis Pforzheim. © dpa
11.12.2012

Bundestagswahl: Ute Vogt will Direktmandat in Stuttgart

Die frühere SPD-Landeschefin und ehemalige Pforzheimer Bundestagsabgeordnete Ute Vogt (48) will bei der Bundestagswahl ein Direktmandat für ihre Partei ergattern. Der Kreisverband Stuttgart nominierte sie am Montagabend für den Wahlkreis Stuttgart I, in dem auch Grünen-Bundeschef Cem Özdemir und CDU-Kreischef Stefan Kaufmann antreten. Ute Vogt ist 1998 als direkt gewählte Abgeordnete des Wahlkreises Pforzheim und sonst stets über die Landesliste Baden-Württemberg in den Deutschen Bundestag eingezogen.

2009 hatte Kaufmann in Stuttgart I das Direktmandat geholt - Vogt kam damals nur auf den dritten Platz hinter Özdemir. Sie zog aber in den Bundestag ein, weil sie einen sicheren Platz auf der SPD-Landesliste hatte. Trotz dieser wenig schmeichelhaften Erfahrung will sie es dennoch noch einmal wissen und wagt sich in diesem Wahlbezirk an den Start. Nach dem Sinkflug der CDU im Südwesten scheint bei der Bundestagswahl 2013 vielleicht doch mehr drin zu sein.

In Pforzheim ist die einst im Stadtteil Arlinger wohnhafte, begeisterte Motorradfahrerin Ute Vogt vor allem durch die zum Teil erbittert geführten Auseinandersetzungen mit dem damals zum Steigflug in der Landespolitik ansetzenden CDU-Opponenten Stefan Mappus bekannt geworden. Der später zum Minister und dann auch zum Ministerpräsidenten gekürte Mappus hatte sich jedoch ausschließlich auf die Landespolitik konzentriert, während die gebürtige Heidelbergerin und ehemalige Wieslocher Stadträtin Ute Vogt den Spagat zwischen Bundestag und Landtag versuchte.

Von 1994 bis 2005 war Ute Vogt Mitglied des Deutschen Bundestags, von 2006 bis 2009 Mitglied des Landtags. Wieder in den Landtag kam die immer noch mit Pforzheim verbundene Rechtsanwältin 2006 aber als SPD-Kandidatin im Wahlkreis Bretten, und das auch nicht übers Direktmandat.

Ute Vogt galt viele Jahre als Hoffnungsträgerin einer neuen, jungen, frischen SPD, war von 1999 bis 2009 Landesvorsitzende, errang auch Achtungserfolge, wie 2001 bei der Landtagswahl als Spitzenkandidatin der SPD gegen Ministerpräsident Erwin Teufel. Doch erst mit der Demontage von Mappus als allmächtigem Landesvater konnte die SPD in Baden-Württemberg in die Regierungsverantwortung einbezogen werden. Aber da war Ute Vogt schon nicht mehr SPD-Landesvorsitzende.

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