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In Karlsruhe warteten am Morgen zahlreiche Fahrgäste auf ihre Bahnen. © dpa
Folgen bis nach Frankfurt: Fahrgäste suchen Hilfe am Bahnschalter.​ © Türschmann
13.08.2017

Chaos bei der Bahn wegen Streckensperrung: Ärger bei Fahrgästen - PZ-news zeigt Social-Media-Reaktionen

Karlsruhe. Die Sperrung der Bahnstrecke zwischen Rastatt und Baden-Baden soll nach aktuellen Informationen der Bahn noch bis zum 26. August andauern. Das führt zu erheblichen Einschränkungen im Nah- und Fernverkehr. Einen Großteil der ausgefallenen Verbindungen muss mit Bussen aufgefangen werden.

Bildergalerie: Chaos bei der Bahn: Strecke gesperrt

Im Fernverkehr bestehen ab Montag stündliche Reisemöglichkeiten aus und in Richtung Mannheim bis und von Rastatt und aus und in Richtung Süden bis und ab Baden-Baden. Zwischen Baden-Baden und Rastatt verkehren Ersatzbusse im 6-Minuten-Takt. Reisende auf diesem Streckenabschnitt müssen nach den Informationen der Bahn mit Reisezeitverlängerungen von rund einer Stunde rechnen. Die Bahn verweist außerdem auf das Angebot der AVG (S-Bahn), die ebenfalls einen Sonderverkehr eingerichtet hat.

Grund für die Probleme sei eine schwerwiegende technische Störung, die mit Bauarbeiten an einem Tunnel zu tun habe. Als Folge davon hätten sich Gleise abgesenkt.

Die Bahn hat nach eigenen Angaben das Wochenende genutzt, um eine erste Sichtung der Schäden vorzunehmen. Die Arbeiten an der Instandsetzung der Strecke laufen demnach auf Hochtouren. In diesem Zuge habe man die direkten Anwohner aus vier Häusern vorsorglich gebeten, aus Sicherheitsgründen die Häuser zu verlassen, um die schnellstmögliche Wiederherstellung der Strecke zu ermöglichen.

Reisende erhalten auf Wunsch ihr Geld für bereits gelöste Fahrkarten zurück. Sollten Umwege nötig sein, die zu einem höhren Fahrpreis führen (beispielsweise über Stuttgart), werde die Bahn den erhöhten Ticketpreis zurückerstatten.

Da es vom Hauptbahnhof in Pforzheim keine direkt Verbindung über Rastatt gibt, ist der Regional- und Fernverkehr in der Region nicht direkt betroffen.

Chaos spürbar bis hinter die Landesgrenzen

Die Folgen der Streckensperrung sind an Bahnhöfen in ganz Deutschland zu spüren. In Frankfurt gab es am Sonntagnachmittag lange Schlangen an den Informationsschaltern. Mit dem Hinweis "Sperrung zwischen Rastatt und Baden-Baden" auf der Anzeigetafel wusste kaum einer der Reisenden etwas anzufangen.

Die umgeleitete TGV-Verbindung wurde am Bahnsteig falsch ausgezeichnet. Mit dem Hinweis "Kein Halt in Mannheim" wurde bis zur zur Abfahrt ausgerechnet der Bahnhof als Durchfahrt gekennzeichnet, der als einziger weiterer deutscher Bahnhof angefahren wird. Der TGV wird bis zur Streckenfreigabe über Mannheim und Saarbrücken umgeleitet. Nach Informationen der Bahn ist mit Verspätungen von bis zu 90 Minuten zu rechnen.

In Zürich fand mit rund 900 000 Besuchern eine der größten Veranstaltungen Europas statt: die Street Parade. Rückreisende saßen an den Bahnhöfen in Zürich und Basel fest.

Tragende Säule im Bahnverkehr betroffen

Die Rheintalbahn ist eine der wichtigsten und meistbefahrenen Strecken in Deutschland. Neben dem Nah- und Fernverkehr hat auch der Güterverkehr in Richtung Genua über Basel eine enorme wirtschaftliche Bedeutung.

Weil die Strecke seit Jahren an der Auslastungsgrenze kratzt, wird sie derzeit vierspurig ausgebaut. Ein neuer Tunnel soll das gesamte Stadtgebiet von Rastatt unterqueren. Am im Bau befindlichen Südportal des Tunnels haben sich nun die Gleise der bisherigen, oberirdischen Strecke abgesenkt, sodass die Strecke nicht mehr befahren werden kann.

Weitere Informationen

Die Deutsche Bahn empfiehlt ihren Kunden, sich vor der Abfahrt zu informieren, wie und ob der gewünschte Zug fährt. Das geht zum Beispiel hier im Internet oder über die DB-App. Die kostenlose Hotline der Bahn erreichen: (01806) 996633.

Wer schon ein Ticket für die betroffene Strecke hat, soll das laut Bahn ohne Gebühren zurückgeben können.

Soziale Medien

In den sozialen Medien, wie beispielsweise auf Facebook und Twitter, überschlagen sich unterdessen die Kommentare unter einem Post der Deutschen Bahn. Wo manche sich noch Späße über die gesperrte Bahnstrecke erlauben, weitere die Bahn und ihre Mitarbeiter in der Krisensituation loben, sind andere bitterböse und aufgebracht. Die Bahn versucht allerdings, auf eigenen sowie fremden Kanälen zu reagieren und den Usern zu helfen. PZ-news zeigt einen Social-Media-Auszug: