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Dieser Screenshot einer Facebookseite zeigt ein Plakat für das Diamond-Platnumz-Konzert in der Messehalle Sindelfingen. Statt Afro-Pop auf die Ohren gab es dort um die Ohren fliegende Mobiliarteile. Wütende Fans hatten sich über das Ausbleiben des Sängers aus Tansania geärgert.
Dieser Screenshot einer Facebookseite zeigt ein Plakat für das Diamond-Platnumz-Konzert in der Messehalle Sindelfingen. Statt Afro-Pop auf die Ohren gab es dort um die Ohren fliegende Mobiliarteile. Wütende Fans hatten sich über das Ausbleiben des Sängers aus Tansania geärgert. © Screenshot Facebook
31.08.2014

Diamond Platnumz singt nicht: Wütende Fans zerlegen Hallenmobiliar

Beim Konzert des tansanischen Sängers Diamond Platnumz am Samstagabend in der Messehalle Sindelfingen ging es extrem turbulent zu, obwohl – oder gerade weil – der Sänger gar nicht auftrat. Zuerst segelten Mobiliartrümmer durch den Saal, dann waberte Pfefferspray durch die Luft und nach einer Phase der Beruhigung flogen wieder Flaschen in Richtung Bühne. Ein Konzertbesucher muss noch intensivmedizinsch versorgt werden.

In Afrika ist Diamond Platnumz nicht erst seit seinem Hit „Number One“ ein Top-Act. Der mehrfach mit Musikpreisen ausgezeichnete Tansanier hätte am Samstag vor rund 500 Fans seines eingängigen Afro-Pops singen sollen. Doch weil der tansanische Sänger nicht auf der Bühne auftauchte, ließen mehrere der rund 500 Konzertbesucher ihrem Unmut darüber freien Lauf. Es wurde dabei nicht nur Mobiliar beschädigt.

Acht verletzte Personen erlitten unter anderem Schnittverletzungen und Prellungen. Ein 48-jähriger Konzertbesucher wurde von einem noch unbekannten Täter mit einer Flasche geschlagen und zog sich schwere Verletzungen zu. Er wird derzeit in einem Stuttgarter Krankenhaus intensivmedizinisch versorgt. Sieben weitere Personen, darunter ein Mitarbeiter des Rettungsdienstes und ein Angehöriger des vom Stuttgarter Veranstalter eingesetzten Sicherheitsdienstes, kamen mit leichten Verletzungen davon.

17 Einsatzkräfte des mit sieben Fahrzeugen angefahrenen Rettungsdienstes und 18 Streifenwagen-Besatzungen wurden vor Ort gerufen. Der massive Einsatz der Polizei, die auch Pfefferspray versprühte, um den Tumult unter Kontrolle zu bringen, zeigte zunächst Erfolg.

Später erschien der Sänger doch noch vor seinen Fans in der Messehalle Sindelfingen, aber frei nach dem ungeschriebenen Gesetz des Alltags „shit happens“ konnte das Konzert wegen eines Defekts an der beim Tumult ramponierten Musikanlage nicht stattfinden. Noch einmal musste die Polizei eingreifen, denn Diamond Platnumz konnte nur unter Polizeischutz die Örtlichkeit verlassen. Enttäuschte Fans hatten Flaschen nach ihm geworfen.

Die Höhe des Sachschadens am Mobiliar steht noch nicht fest. Die polizeilichen Ermittlungen