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27.11.2015

Die Polizei hat nicht genügend Helme

Stuttgart (dpa/lsw) - Die Polizei plagt ein altes Problem: Weit ab von moderner High-Tech zur Terror-Bekämpfung hat sie nicht einmal genug Helme für alle ihre Einsatzkräfte. Schon lange bekannt, erlangt der Mangel derzeit wieder mehr Aufmerksamkeit: Die wachsende Zahl der Einsätze wegen handgreiflicher Konflikte in Flüchtlingsunterkünften erfordere mehr Schutz der Polizisten, wie die Gewerkschaft der Polizei betont. Jeder Polizist brauche seinen eigenen Helm - schon allein wegen unterschiedlicher Kopfgrößen, meint Landeschef Rüdiger Seidenspinner.

Als Verantwortlichen dafür, dass nicht jedem Beamten ein Kopfschutz zur Verfügung steht, sieht er den ehemaligen Inspekteur der Polizei Dieter Schneider. Dieser habe entgegen den Ratschlägen der Praktiker einen Helm für drei Beamte als ausreichend erachtet. Zwar ist die Relation dank Ausgaben der Polizei vor Ort nicht mehr ganz so schlecht, aber von einer eins zu eins Ausstattung sei man noch weit entfernt, berichtet Seidenspinner. Jetzt stehe zwar das Geld dafür zur Verfügung; aber der einzige deutsche Hersteller für zertifizierte Polizeihelme habe Lieferprobleme, weil auch die Bundespolizei ihre Ausrüstung komplettiere.

Die rund 900 Euro teuren Helme, die etwa bei Demonstrationen getragen werden, sind von den sogenannten ballistischen Helmen gegen Schusswaffen zu unterscheiden. Jedes Polizeifahrzeug habe davon zwei, eine Maßnahme als Reaktion auf den Amoklauf vom Winnenden. Laut Seidenspinner ist in den vergangenen Jahren wenigstens dem Mangel an feuerresistenten Einsatzanzügen abgeholfen worden - auch diese mussten sich Kollegen teilen.