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Gleich drei Frauen wurden in den vergangenen Tagen K.O.-Tropfen verabreicht.
Gleich drei Frauen wurden in den vergangenen Tagen K.O.-Tropfen verabreicht. © Symbolbild: dpa
09.11.2012

Drei Frauen durch K.o.-Tropfen bewusstlos

Rastatt/Baden-Baden. Gleich drei Frauen sollen in den vergangenen Tagen K.o.-Tropfen verabreicht worden seien. Zwischen dem 1. und 3. November wurden bei Polizeidienststellen der Polizeidirektion Rastatt/Baden-Baden drei Sachverhalte angezeigt, bei denen aufgrund des jetzigen Ermittlungsstandes der Verdacht besteht, dass von einer unbekannten Person jungen Frauen die Tropfen unbemerkt verabreicht wurden.

In allen drei Fällen haben sich die Opfer im Alter von 18 und 19 Jahren in einer Diskothek aufgehalten. Im Zusammenhang mit dem Genuss von Getränken wurde es den Frauen plötzlich schlecht, sie fühlten sich in der Folge unwohl und verloren schließlich das Bewusstsein. Während in zwei Fällen Bekannte der Frauen zu diesen Zeitpunkten anwesend waren, wurde eine Geschädigte auf der Toilette bewusstlos und erst nach einem längeren Zeitraum in diesem Zustand dort aufgefunden.

Eine Folgestraftat nach der möglichen Verabreichung von K.o.-Tropfen wurde in diesen Fällen nicht festgestellt. Die Polizei ermittelt wegen gefährlicher Körperverletzung und bittet um entsprechende Hinweise.

Zwischenzeitlich wurde mit dem Betreiber der Diskothek Verbindung aufgenommen. Er sicherte zu, die Polizei bei ihrer Präventionsarbeit in vollem Umfang zu unterstützen.

K.o.-Tropfen sind Betäubungsmittel, die einen Menschen hilflos, handlungsunfähig oder gar bewusstlos machen können. Je nach verabreichter Dosis können diese auch lebensbedrohlich sein. Straftäter benutzen diese Stoffe, um ihre späteren Opfer bei Sexual-, Raub- oder Diebstahlstraftaten wehrlos zu machen.

Nach der Einnahme von K.o.-Tropfen setzt in der Regel nach zehn bis zwanzig Minuten eine erste Wirkung ein. Der einsetzende Schwindel und die Übelkeit werden von den Opfern meist auf die Wirkung des genossenen Alkohols zurückgeführt, auch wenn sie bis dahin nicht übermäßig viel getrunken haben.

Im weiteren Verlauf, jedoch schon bereits vor Eintreten einer Bewusstlosigkeit, sind die Opfer willenlos und manipulierbar. Mit Einsetzen einer Bewusstlosigkeit dann auch wehrlos. Nach dem Aufwachen fühlen sich die Betroffenen in der Regel oft extrem "verkatert", völlig matt und stehen immer noch völlig neben sich. In vielen Fällen haben die Opfer keine Erinnerung mehr und einen so genannten "Filmriss".

Der Nachweis einer Verabreichung von K.0.-Tropfen gestaltet sich sehr schwierig, da sie nur für sehr kurze Zeit im Körper nachweisbar sind. Man geht von einem Zeitfenster von ca. zwölf Stunden nach der Einnahme aus.

Häufig sind die Opfer jedoch über dieses Zeitfenster hinaus nicht in der Lage sich mitzuteilen und einen entsprechen Sachverhalt anzuzeigen. Deshalb ist auch von einer hohen Dunkelziffer in diesem Bereich auszugehen.

Bei zwei der aktuellen Fälle konnten bei den Opfern im erforderlichen Zeitfenster eine Blut- und Urinprobe erhoben und zur Untersuchung gebracht werden. Ein Ergebnis dazu steht jedoch noch aus.

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