Die junge Mutter und ihre beiden kleinen Söhne starben noch am Unfallort: Nach einem Unfall mit drei Toten in Esslingen nahe Stuttgart ist der Fahrer des Unfallwagens zu einer Haftstrafe von einem Jahr und zehn Monaten auf Bewährung verurteilt worden. Das Amtsgericht Esslingen sprach den 55-Jährigen der fahrlässigen Tötung in drei Fällen schuldig.
Sollte sich der Mann an die Bewährungsauflagen halten, muss er also nicht ins Gefängnis. Seinen Führerschein muss der Mann aber für mindestens drei Jahre abgeben. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.
Die Staatsanwaltschaft hatte in ihrer Anklage dem Mann vorgeworfen, Ende Oktober 2024 beim Heranfahren an eine rote Ampel in Esslingen das Gaspedal mit dem Bremspedal verwechselt und dann sein Fahrzeug mit fast 100 Kilometern pro Stunde auf den Gehweg gelenkt zu haben. Dort erfasste das Fahrzeug eine 39 Jahre alte Frau und ihre beiden drei und sechs Jahre alten Söhne. Alle drei starben noch am Unfallort. Der Fahrer eines anderen Autos wurde leicht verletzt.
Angehörige hatten höhere Strafe gefordert
Der Unfallfahrer hatte sich bei den Angehörigen der Opfer am ersten Verhandlungstag entschuldigt. Was geschehen sei, habe auf unvorstellbare Art Leben zerstört und Familien in tiefste Trauer gestürzt, ließ der 55-Jährige über seinen Verteidiger ausrichten. Das Geschehen und dessen furchtbare Folgen täten ihm von Herzen leid. «Mir ist bewusst, dass nichts, was ich sage, den Verlust lindern kann.» Ansonsten habe sich der Angeklagte weder zur Sache noch zur Person geäußert, sagte ein Gerichtssprecher.
Die Staatsanwaltschaft hatte in ihrem Plädoyer eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren auf Bewährung gefordert. Der Verteidiger des Mannes hatte einen Freispruch verlangt. Die Angehörigen der Opfer, die in dem Verfahren als Nebenkläger auftraten, hatten über ihre Anwälte eine Freiheitsstrafe von mindestens drei Jahren ohne Bewährung gefordert. Zudem wollten sie Angehörigen erreichen, dass der Mann seinen Führerschein lange oder sogar lebenslang abgeben muss.
Der Fall hatte bundesweit für Entsetzen gesorgt und in der Stadt nahe Stuttgart eine große Anteilnahme ausgelöst. Eine Woche nach dem Unfall hatten Hunderte Trauernde an einem Trauermarsch teilgenommen. Sie zogen von einer Kirche zum Unfallort und legten dort Kerzen, Blumen und Teddybären für die Opfer ab.
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