Karlsruhe/Stuttgart. Deutschlandweit wird in Karlsruhe das meiste Geld für zu schnelles Fahren eingenommen. Am häufigsten geblitzt wird allerdings in einer anderen Stadt. Das geht aus einer Analyse von LeasingMarkt.de hervor. Anlässlich des bundesweiten Blitzermarathons vom 3. bis 9. August haben die Leasingexperten insgesamt 30 deutsche Städte untersucht.
In ihrem Ranking hat LeasingMarkt.de die Bußgeldeinnahmen im Verhältnis zum registrierten Pkw-Bestand einer Stadt sowie die Dichte mobiler und stationärer Blitzer und Messstellen pro 10.000 Pkw bewertet. Dabei ist Karlsruhe mit durchschnittlich 128 Euro Bußgeld pro gemeldetem Pkw und rund 18 Millionen Euro Gesamteinnahmen klarer Spitzenreiter. Zum Vergleich: Die Fächerstadt nimmt mehr als das Dreifache des Bundesdurchschnitts ein, der bei knapp 39 Euro liegt. In Stuttgart zum Beispiel sind es zuletzt 56,80 Euro gewesen. Von den 30 untersuchten deutschen Städten hat München mit 1,90 Euro die wenigsten Einnahmen generiert.


Bilanz nach Speedweek im Enzkreis: 425 Verstöße bei fast 20.000 Fahrzeugen
Auch mit Blick auf die Anzahl an stationären Blitzern liegt Karlsruhe im bundesweiten Vergleich vorne. Auf 10.000 Pkw kommen zuletzt 2,6 Geräte. Der Bundesdurchschnitt liegt bei nur einem Gerät. Stuttgart zählt 1,4 Geräte – und damit geringfügig mehr. Bei den mobilen Blitzern übernimmt Potsdam die Führung. Die Stadt zählt 0,9 ihrer Art auf 10.000 Autos. Karlsruhe befindet sich mit 0,5 knapp oberhalb und Stuttgart mit nur 0,3 knapp unterhalb des Durchschnitts von 0,4 Geräten. Hinsichtlich der Messstellen zeigt sich ein ähnliches Bild. Auch hier nimmt Potsdam mit 7,7 auf 10.000 Autos den ersten Rang ein. Im Verhältnis zum bundesweiten Schnitt von 4,4 Messstellen liegt Karlsruhe mit 5,3 deutlich darüber und Stuttgart mit 3,4 Messstellen weit darunter.
Geschwindigkeitsüberschreitungen gehören zu den häufigsten Verkehrsverstößen in Deutschland, so LeasingMarkt.de. Sie beziehen sich auf das Statistische Bundesamt, laut dessen eine überhöhte Geschwindigkeit im Jahr 2025 für rund ein Drittel aller Verkehrstoten verantwortlich gewesen sei. Strengere Tempokontrollen werden daher als wichtiger Beitrag zur Verkehrssicherheit durchgeführt. Es gebe jedoch Kritik daran, dass Blitzer nicht immer an Unfallschwerpunkten stehen. Stattdessen werde der Eindruck erweckt, dass es vorrangig um die Einnahmen der Kommunen geht.


Zehntausende Temposünder - so viele Fahrverbote drohen jetzt
Laut LeasingMarkt.de zeigt die Analyse, dass die Einnahmen durch Geschwindigkeitsüberschreitungen regional sehr unterschiedlich ausfallen. Allgemein gelte jedoch: "Wer sich an die vorgeschriebenen Geschwindigkeiten hält, trägt aktiv zur Unfallprävention bei."


50 Stundenkilometer zu viel auf dem Tacho: Verkehrssünder auf der Tiefenbronner Straße geblitzt


Speedweek in Neulingen: 776 Autos, 18 Verstöße – und ein Mittelfinger



