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Elf Haftbefehle im Umfeld der "Black Jackets"

Symbolbild: PZ-Archiv
Baden-Württemberg
Elf Haftbefehle im Umfeld der "Black Jackets"

Heidelberg (dpa/lsw) - Der Heidelberger Polizei ist ein Schlag gegen die organisierte Kriminalität gelungen. Sie durchsuchte bei vier Aktionen im Umfeld der «Black Jackets»-Bande 44 Wohnungen und beschlagnahmte dabei zahlreiche Waffen - darunter scharfe Revolver, Nachbauten von Maschinenpistolen und Messer.

Außerdem wurden große Mengen Betäubungsmittel und verschreibungspflichtige Medikamente wie Amphetamin, Anabolika, Potenzmittel und Kokain sichergestellt. Wie die Polizei und die Staatsanwaltschaft Heidelberg am Mittwoch weiter mitteilten, wird gegen 40 Beschuldigte ermittelt. Es wurden elf Haftbefehle erlassen, auch gegen zwei «Black Jackets»-Mitglieder.

21 Mitglieder dieser als brutal eingestuften Jugendbande müssen sich derzeit vor dem Stuttgarter Landgericht wegen dreifachen versuchten Mordes verantworten.

In dem aktuellen Fall hatte die Kriminalpolizei Heidelberg im September 2010 Hinweise erhalten, dass im Rhein-Neckar-Kreis reger Rauschgifthandel betrieben werde. Bei den zunächst verdeckten Ermittlungen wurden 43 Telefone überwacht - in 25 Fällen observierten mobile Einsatzkommandos Verdächtige. Dabei erhärtete sich nicht nur der Verdacht des Drogenhandels - es wurden auch sichere Erkenntnisse gewonnen, dass mit Schusswaffen Geschäfte gemacht wurden.

Nach den vier Razzien zwischen April und Juni dieses Jahres ist die Liste an beschlagnahmten Waffen und Drogen lang: eine abgesägte Schrotflinte, zehn scharfe Revolver mit Munition, zwei Nachbauten von Maschinenpistolen, über 50 Stich- und Hiebwaffen (sogenannte «Würgehölzer»), ein Kilogramm Amphetamin, große Mengen Anabolika sowie Potenzmittel und kleinere Mengen an Kokain und Marihuana. Darüber hinaus wurden Bargeld und Diebesgut sichergestellt: Dazu zählt ein hochwertiger Fernseher aus einer Gaststätte.

Außerdem entdeckten die Ermittler bei einer der Durchsuchungen einen Computer, der im Januar 2011 beim Einbruch in eine Schule in Ludwigshafen gestohlen worden war. Es besteht der Verdacht, dass eine Serie von acht Schuleinbrüchen Anfang 2011 in Ludwigshafen auf das Konto von Personen aus dem Umfeld der «Black Jackets» geht.

 Sieben Männer im Alter zwischen 23 und 52 Jahren sitzen in Untersuchungshaft. Sie stammen aus verschiedenen Orten in der Region wie Speyer, Ludwigshafen und Mannheim.