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Der ungeklärte Mord an einem Laichinger Blumenhändler, der 2011 auf offener Straßer erschossen wurde, soll, so der damalige Soko-Leiter Alexander Dürr, nichts mit den NSU-Morden zu tun haben. Foto: dpa-Archiv
Der ungeklärte Mord an einem Laichinger Blumenhändler, der 2011 auf offener Straßer erschossen wurde, soll, so der damalige Soko-Leiter Alexander Dürr, nichts mit den NSU-Morden zu tun haben. Foto: dpa-Archiv
27.11.2017

Ermittler sehen keine NSU-Beteiligung bei Mord an Blumenhändler

Stuttgart. Der ungeklärte Mord an einem Laichinger Blumenhändler 2011 ist nach Darstellung des damaligen Soko-Leiters Alexander Dürr umfangreich auf mögliche NSU-Bezüge abgeklopft worden. Jedoch sei die Wahrscheinlichkeit gering, dass die Tat auf das Konto des rechtsterroristischen NSU gehe.

Dürr schilderte am Montag in Stuttgart vor dem NSU-Untersuchungsausschuss in Stuttgart mehrere Unterschiede. So hätten die NSU-Mitglieder ihre Opfer mit wenigen gezielten Schüssen niedergestreckt. Auf den türkischen Blumenhändler sei aber ein ganzes Magazin mit 15 Schuss gefeuert worden, unter anderem auch auf den Genitalbereich des Mannes. Die Ermittler seien von Tätern aus dem familiären Bereich ausgegangen, die mit viel Hass und Zorn vorgegangen seien. Zudem hätten die Täter vermutlich Insiderkenntnisse besessen.

Der 44 Jahre alte Blumenhändler wurde nach Angaben des Ermittlers am 4. Oktober 2011 vor einer Garage in Laichingen niedergeschossen, die er erst kurz zuvor angemietet hatte. Dem NSU werden darüberhinaus zehn Morde von 2000 bis 2007 an Kleinunternehmern ausländischer Herkunft und an der Polizistin Michele Kiesewetter in Heilbronn zugerechnet.