Die Brennstelle des bundesweit erste Krematoriums in Schwäbisch Hall, das Einäscherung von Pferden ermöglicht. Foto: Schuldt
Baden-Württemberg
Extra großes Krematorium in erster Trauerstätte für Pferdefreunde
  • Wolfgang Jung

Schwäbisch Hall. Mit seiner modernen Holzverkleidung wirkt das Haus am Waldrand von Schwäbisch Hall eher wie eine Wellnessanlage. Doch bei dem Gebäude handelt es sich um ein Novum - die rund 1000 Quadratmeter große Einrichtung in Baden-Württemberg ist das bundesweit erste Krematorium zur Einäscherung von Pferden.

„Stirbt ein Mensch, existieren klare Rituale. Gemeinsame Trauer und Beisetzung erleichtern den Abschied. Für Pferde fehlte so etwas bisher“, sagt die Unternehmerin Sandra Lutz. Sie betreibt seit 2003 ein Krematorium für gestorbene Menschen - und mit ihrem Mann Joachim nun die neue Anlage für Pferde. „Die Beziehung zum Tier hat sich verändert. Niemand will, dass es nach dem Tod zu Knochenmehl vermahlen wird. Für viele sind Tiere fast ein Familienmitglied“, sagt Sandra Lutz. „Tierbesitzer wünschen sich einen würdigen Abschied.“

Dieser soll nun in Schwäbisch Hall möglich sein. Die Betreiber bieten eine individuelle Zeremonie mit Kerzen und Musik an. Von einem Abschiedsraum aus können die Besitzer durch ein Glasfenster auf die Ofenanlage schauen. Dort wird mit Flüssiggasverbrennung eine Temperatur zwischen 850 und 1100 Grad erreicht, erzählt Lutz.