Ecstasy-Tabletten, Amphetamine, LSD, Marihuana sowie illegale Dopingmittel und verschreibungspflichtige Medikamente haben Fahnder in verschiedenen Wohnungen gefunden. Foto: GER Stuttgart
Baden-Württemberg
Fahnder lassen geplantes Drogenlabor im Kreis Karlsruhe hochgehen: Kiloweise Rauschgift in Wohnung gefunden
  • juw/pol/dpa

Stuttgart/Karlsruhe. Polizei und Zoll haben ein geplantes Drogenlabor im Landkreis Karlsruhe ausgehoben. In einer Wohnung an einem bislang nicht näher genannten Ort stellten die Beamten Gerätschaften und Grundstoffe für die Rauschgiftherstellung sicherstellen.

Drei verdächtige Männer wurden festgenommen. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen vor, das Labor zur Herstellung von Betäubungsmitteln ausgerüstet zu haben. Zum Zeitpunkt der Festnahme hatten die mutmaßlichen Dealer jedoch noch nicht mit dem Mischen begonnen. Wie das Zollfahndungsamt Stuttgart außerdem gegenüber PZ-news berichtet, stehen auch zwei Frauen im Verdacht, an den Taten beteiligt gewesen zu sein. Sie wurden allerdings nicht von der Polizei festgenommen. Alle Verdächtigen - die drei Männer und die beiden Frauen - seien laut Zollamt zwischen 27 und 31 Jahre alt und besitzen alle die deutsche Staatsangehörigkeit. 

Unmengen an Drogen gefunden

Beim Durchsuchen der Wohnungen der Verdächtigen in den Landkreisen Karlsruhe, Regensburg und Germersheim stellte die Polizei 5500 Ecstasy-Tabletten, 1,2 Kilogramm MDMA, 200 Gramm Amphetamin, 460 LSD-Trips und 44 Gramm Marihuana sowie zusätzlich über 30 Kilogramm Stoffe und Synthesechemikalien sicher, die zur Herstellung von circa 18 Kilogramm Amphetamin ausgereicht hätten. Des Weiteren wurden illegale Dopingmittel und verschreibungspflichtige Medikamente aufgefunden.

Die Betäubungsmittel haben die Tatverdächtigen nach Angaben der Polizei nicht selbst hergestellt, sondern gekauft, um sie über einen illegalen Online-Shop im Ausland weiter zu vermarkten.

Unmengen an Drogen haben Fahnder bei Wohnungsdurchsuchungen gefunden. Foto: GER Stuttgart

Die gemeinsame Ermittlungsgruppe aus Zollfahndern und Beamten des Landeskriminalamts GER wurde auf die Machenschaften der mutmaßlichen Drogendealer aufgrund zweier Postsendungen aus China aufmerksam: Bei einer Zollkontrolle war aufgefallen, dass sich in den Päckchen Grundstoffe - um genauer zu sein zweieinhalb Kilogramm sogenanntes "MAPA" - zur Drogenherstellung befanden. Diese seien zwar nicht per se verboten, aber für eine legale Verwendung nicht zu gebrauchen, so eine Sprecherin des Zollfahndungsamts Stuttgart. Über die Empfängeradressen auf den Paketen sei man den mutmaßlichen Drogenhändlern dann auf die Schliche gekommen.