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Eine DITIB-Fahne (Mitte) wurde vor einer Karlsruher Moschee verbrannt.
Eine DITIB-Fahne (Mitte) wurde vor einer Karlsruher Moschee verbrannt. © Symbolbild: dpa
09.07.2019

Fahnenmast umgeknickt und DITIB-Fahne vor Karlsruher Moschee verbrannt

Karlsruhe. Noch gibt es offenbar keine Hinweise auf ein Motiv oder einen Täter. Kein Bekennerschreiben, keine Schmierereien an der Wand. Jugendlicher Vandalismus? Politischer Protest? Ein fremden- oder islamfeindlicher Akt? Nur ein umgeknickter Fahnenmast vor einer Moschee in der Karlsruher Oststadt kündet noch von einer Fahnenverbrennung, die jetzt die Polizei und den Staatsschutz beschäftigt.

In der Nacht auf Dienstag, vermutlich gegen Mitternacht, haben Unbekannte vor dieser Moschee einen Flaggenmast beschädigt, eine DITIB-Fahne abgezogen und mitten auf der Fahrbahn in Brand gesetzt. Die Flammen hatten etwa ein Drittel der Fahne, vor allem im Zentrum, verbrannt.

Drei weitere, daneben angebrachte Flaggen – die deutsche, die türkische und eine EU-Fahne – blieben unbeschädigt. Es entstand Sachschaden von mehreren Hundert Euro.

In Karlsruhe war es zu Protesten gegen den Bau einer Großmoschee im Stadtteil Mühlburg gekommen. Aktuell scheinen die Pläne für den Bau auf Eis zu liegen. Ob es sich um einen gezielten Protest gegen DITIB, die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion, eine der größten sunnitisch-islamischen Organisationen in Deutschland, ist unklar. Laut Wikipedia untersteht der Verein „der dauerhaften Leitung, Kontrolle und Aufsicht des staatlichen Präsidiums für religiöse Angelegenheiten der Türkei, welches früher dem türkischen Ministerpräsidentenamt angegliedert war und heute dem Präsidenten direkt unterstellt ist“.  

Die Polizei leitete ein Ermittlungsverfahren wegen Sachbeschädigung ein. Sachdienliche Hinweise zur Tat werden beim Kriminaldauerdienst unter der Telefonnummer (0721) 666-0 entgegen genommen.