Mitarbeiter der Stadt stellen in Stuttgart an der Cannstatter Straße ein erstes Teststück einer Mooswand auf. Mit einer Pilotstudie soll herausgefunden werden, ob sich mit einer Mosswand die Feinstaubwerte senken lassen.

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Ein Auto fährt an der Cannstatter Straße in Stuttgart vorbei an einer Mooswand, die als Pilotprojekt zur Verringerung der Feistaubbelastung aufgestellt wurde. Wissenschaftler der Universität Bonn hatten zuvor in Laborstudien herausgefunden, dass Moose Feinstaubpartikel aus der Atmosphäre entfernen und binden können.

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Mitarbeiter der Stadt stellen in Stuttgart an der Cannstatter Straße ein erstes Teststück einer Mooswand auf. Mit einer Pilotstudie soll herausgefunden werden, ob sich mit einer Mosswand die Feinstaubwerte senken lassen.

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Baden-Württemberg
Feinstaubbelastung in Stuttgart: Sind Mooswände die Lösung?
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Stuttgart (dpa/lsw) - Die Feinstaubwerte in Stuttgart sind am Sonntag unter dem erlaubten Grenzbereich geblieben. So wurde am besonders belasteten Neckartor ein Tagesmittelwert von 39 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter Luft gemessen, wie aus Daten der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW) am Montag hervorging. Erlaubt sind 50 Mikrogramm. Der Tagesmittelwert am Samstag lag bei 42 Mikrogramm. Der Alarm gilt seit der Nacht zum Sonntag und endet in die Nacht zum Dienstag. Nach Prognosen des Deutschen Wetterdienstes sollte es im Lauf des Montags und in der Nacht zum Dienstag stürmisches Wetter geben. Dieses reinigt die Atmosphäre von Luftverschmutzungen.

Nach einem ersten Teststück startet in Stuttgart der Aufbau einer kompletten Mooswand im Kampf gegen Feinstaub. Die Fundamente dafür sollten der Stadt zufolge am Montag an der Cannstatter Straße/Bundesstraße 14 gesetzt werden. Für die Arbeit ist eine Sperrung des rechten Fahrstreifens stadteinwärts von 10.00 bis 15.00 Uhr und von 21.00 bis 6.00 Uhr geplant. Die Fundamente sollen bis Freitag errichtet sein. Eine Woche später beginnt dann der Aufbau der rund 100 Meter langen Mooswand. Ein erstes Teststück hatte die Stadt bereits im November aufgebaut.

Die Stadt investiert für den Pilotversuch nach eigenen Angaben 
388 000 Euro. Zudem fördert das Verkehrsministerium Baden-Württemberg das Projekt mit 170 233 Euro. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass Moose Feinstaub aus der Atmosphäre entfernen können, was nun in diesem Projekt getestet werden soll.