nach oben
Kai Höpker, Referatsleiter der Abteilung Medienübergreifende Umweltbeobachtung, Klimawandel bei der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW), zeigt am 17.06.2014 in Karlsruhe Collembolen-Proben mit denen Veränderungen der Bodenlebewesen überprüft werden. Foto: Uli Deck/dpa
Kai Höpker, Referatsleiter der Abteilung Medienübergreifende Umweltbeobachtung, Klimawandel bei der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW), zeigt am 17.06.2014 in Karlsruhe Collembolen-Proben mit denen Veränderungen der Bodenlebewesen überprüft werden. Foto: Uli Deck/dpa © dpa
14.07.2014

Fichte und Riesling werden Opfer des Klimawandels

Karlsruhe (dpa/lsw) - Die Fichte und der Riesling werden nach Ansicht von Wissenschaftlern dem Klimawandel im Südwesten zum Opfer fallen. Wenn sich die Durchschnittstemperatur weiter erhöhe, müssten diese an kühle Witterung gebundene Pflanzen um ihr Überleben kämpfen, sagte Kai Höpker von der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz (LUBW) in Karlsruhe. Er arbeitet zurzeit im Auftrag des Umweltministeriums an einer Anpassungsstrategie für den Klimawandel, die im Herbst vorgestellt werden soll.

Die Gutachten für die verschiedenen Themenfelder - angefangen von der Landwirtschaft über die Wasserpolitik bis zum Städtebau - umfassen bislang rund 2000 Seiten. Nach Angaben der Wissenschaftler ist der Klimawandel bereits in vollem Gange, wie die Ansiedlung neuer und Vermehrung wärmeliebender Tier- und Pflanzenarten zeigt. Ein Indikator sind etwa die Springschwänze, wenige Millimeter große Waldbodenbewohner, deren Vorkommen die LUBW untersucht. Diese haben sich in den vergangenen Jahrzehnten deutlich erhöht.

Die Wissenschaft geht davon aus, dass sich die Zahl der Sonnentage nochmals deutlich steigern wird. Lag sie in Karlsruhe im Zeitraum zwischen 1961 bis 1990 bei durchschnittlich 52 Tagen, könnte sie sich bis zum Jahr 2100 im extremsten Fall auf 102 Tage verdoppeln.

«Um die damit verbundenen Gefahren einschätzen zu können, müssen wir uns nur an den Hitze-Sommer 2003 erinnern. Damals sind allein in Baden-Württemberg 1100 Menschen an den Folgen der Witterung gestorben», sagt LUBW-Biologe Harald Gebhardt. «Solche Temperaturen sind vor allem eine Gefahr für Kleinkinder sowie alte und kranke Menschen. Sie beeinflussen aber auch die Arbeitsleistung und die Konzentration im Verkehr.» Darauf müsse sich die Gesellschaft vorbereiten.