Ein Bundesliga-Spiel in Paderborn - das ist für den SC Freiburg immer auch eine besondere Form des Kompliments. Fokus auf junge Spieler. Investment in die Talentförderung. Dort scouten, wo kaum jemand sonst hinschaut: Auf seinem Weg zurück in die erste Liga hat sich der SC Paderborn an vielem von dem orientiert, was die Freiburger dem deutschen Fußball über Jahre vorgemacht haben.
Diesmal endete das Spiel zwischen Aufsteiger und Vorbild noch mit 1:0 (1:0) für den Favoriten. Aber die Breisgauer hatten bei dieser Paderborner Heimspiel-Premiere deutlich mehr zu kämpfen, als bei jedem anderen ihrer vier Siege in drei Wettbewerben in den Wochen zuvor.
«Das ist ein sehr, sehr guter Aufsteiger, der mit dieser Art und Weise, zu spielen, hier zu Hause Punkte einfahren wird. Da bin ich mir sicher», sagte Freiburgs Trainer Julian Schuster. «Da werden es noch einige Gegner schwierig haben. Wie sie es machen, ist sehr beachtlich für einen Aufsteiger.»
Der Sport-Club erlebte vor 15.000 Zuschauern in Paderborn zwei grundverschiedene Halbzeiten. In der ersten Hälfte war Schusters Team so gut, dass es noch mehr als nur den einen Treffer von Maximilian Eggestein (26. Minute) hätte erzielen können. Nach der Pause gerieten die Freiburger aber zeitweise schwer unter Druck.
Schusters Lob für den Aufsteiger
Was in diesem Kontrast auch Anlass zu schärferer Kritik hätte sein können, hatte der Freiburger Trainer im Grund nicht anders erwartet. «Wir wussten, dass wir einen sehr hohen Aufwand und sehr viel Arbeit verrichten müssen, wenn wir hier etwas holen wollen. Genau so ist es auch gekommen», sagte Schuster.
«Wenn du den Fehler nur ein bisschen machst, zu glauben: "Wir spielen hier gegen einen Aufsteiger. Wie kann das sein, dass der mich jetzt überspielt?" Dann wunderst du dich, dass auf einmal zwei Tore fallen», meinte er. «Aber das haben die Jungs total angenommen.»
Mit fünf Siegen in fünf Spielen in den drei verschiedenen Wettbewerben Bundesliga, DFB-Pokal und Conference-League-Qualifikation haben die Freiburger einen makellosen Saisonstart hingelegt. Das unterscheidet sich um 180 Grad von der Bilanz des Vorjahres, als zwei Niederlagen zum Bundesliga-Auftakt der Anlass für eine taktische Kurskorrektur waren.
Nur zwei Neue in der Startelf
Die braucht es diesmal nicht. Freiburg hat in diesem Sommer nur einen Leistungsträger zu viel Geld gemacht (Johan Manzambi) und deshalb vorerst auch nur zwei Neuzugänge (Mio Backhaus, Yannik Engelhardt) in seiner Startelf zu integrieren. Die Abläufe sitzen. Das Team ist auf den Punkt da.
«Ich glaube, dass wir von der Mannschaft und vom Kern her sehr stabil sind», sagte Matthias Ginter. «Wir wollen an unseren Prinzipien weiterarbeiten. An den Dingen, die wir letzte Saison schon gutgemacht haben, dranbleiben. Wir wollen uns weiter verbessern. Und das geht eher über Kontinuität und Konstanz.»
Nächster Gegner ist Ginters Ex-Club Borussia Mönchengladbach. Vier Trainer in den vergangenen fünf Jahren sind dort so ziemlich das Gegenteil des Freiburger Wegs. Am Samstag stand Ginter im Kabinentrakt der Paderborner Arena und sah auf dem Fernsehschirm, wie die Gladbacher noch ein spätes 3:4 gegen einen anderen Aufsteiger SV Elversberg kassierten. Das zitterige 1:0 in Paderborn sah im Vergleich dazu nochmal etwas besser aus.
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