Baden-Württembergs Innenminister Reinhold Gall (SPD) macht die Ausschreitungen mit Fußballfans von Waldhof Mannheim und dem Karlsruher SC zur Chefsache.

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Baden-Württemberg
Gall untersucht Krawalle mit Waldhof- und KSC-Fans
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Stuttgart. Baden-Württembergs Innenminister Reinhold Gall (SPD) macht die Ausschreitungen mit Fußballfans von Waldhof Mannheim und dem Karlsruher SC zur Chefsache. Gall wolle kurz nach Ostern mit den beiden Vereinspräsidenten ein klärendes Gespräch führen, sagte ein Ministeriumssprecher am Montag in Stuttgart.

{element}Bei dem Einsatz am Wochenende seien 1250 Polizisten im Einsatz gewesen, um Zusammenstöße zwischen den rivalisierenden Fans zu verhindern. Der Einsatz habe rund drei Millionen Euro gekostet. Zwei Beamte wurden verletzt.

Der Minister möchte von den Präsidenten wissen, was sie gegen randalierende Anhänger tun wollen. Denkbar seien Vereins- oder Stadionverbote. Es sei auch zu überlegen, ob solche brisanten Spiele an andere Orte verlegt werden könnten. «Ich rede gerne mit dem Innenminister», sagte KSC-Boss Ingo Wellenreuther und mahnte eine differenzierte Betrachtung der Ereignisse an.

Nach dem Viertelfinale im badischen Pokal zwischen dem Regionalligisten SV Waldhof Mannheim und dem Karlsruher SC (0:2) hatte die Polizei 34 Menschen vorläufig festgenommen. Die Beamten mussten in Mannheim unter anderem wegen des Verdachts der Beleidigung, der Sachbeschädigung und des Verstoßes gegen das Waffengesetz einschreiten. Die Verdächtigen müssen mit Strafanzeigen rechnen. Die Polizei wertet weiter unter anderem Kameraaufnahmen aus.

Rund 1500 Anhänger des Drittligisten KSC, der in die Runde der letzten Vier einzog, waren zur Partie am Samstag angereist. In Schwetzingen seien die Karlsruher Fans aus dem Zug gestiegen, um sich - wie verabredet - mit den Waldhof-Anhängern zu einer Massenschlägerei zu treffen. Dies habe die Polizei aber verhindert, sagte der Sprecher. Stattdessen hätten einige KSC-Fans dann den Zug demoliert. «Wir führen einen intensiven Austausch mit den Fans. Bei Gewalt greifen wir hart durch», sagte Wellenreuther.

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