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12.10.2015

Gericht verhandelt über Gruppenvergewaltigung nach Party

Tübingen (dpa/lsw) - Sie sollen eine 24-Jährige in Tübingen mitten in der Nacht von einer Party auf einen dunklen Schulhof gelockt und dann vergewaltigt haben - am Tübinger Landgericht beginnt am Donnerstag der Prozess gegen vier junge Männer. Der Vorwurf: gemeinschaftliche Vergewaltigung. Seit April sitzen die Beschuldigten im Alter von 19 bis 23 Jahren in Untersuchungshaft. Bei Vernehmungen machten sie widersprüchliche Angaben. Ein Urteil wird für Ende November erwartet.

 Zwei Angeklagten wirft die Staatsanwaltschaft vor, die sichtlich betrunkene Frau am 28. März während einer großen öffentlichen Party in einer Turnhalle zunächst bei einer Zigarette im Raucherbereich in ein Gespräch verwickelt zu haben. Dann sollen die mutmaßlichen Täter die Frau unter einem Vorwand auf einen zu dieser Zeit völlig dunklen benachbarten Schulhof gelockt haben.

 Dort warteten den Ermittlungen zufolge Komplizen. Die Gruppe soll über ihr Opfer hergefallen sein. Nach der Tat lief die 24-Jährige orientierungslos umher. Zwei Frauen fanden sie und brachten sie zum Sicherheitspersonal der Party. Die Frau kam in ein Krankenhaus.

 Nach aufwendigen Ermittlungen nahmen Beamte die mutmaßlichen Vergewaltiger rund vier Wochen nach der Tat fest. Am Tatort gesicherte genetische Spuren hatten die Fahnder letztlich zu einem der nun Angeklagten geführt - einem 20-Jährigen aus Dußlingen bei Tübingen. Seine DNA-Merkmale waren wegen früherer Straftaten registriert. Jedoch sei keiner der Beschuldigten wegen Sexualdelikten polizeibekannt, hieß es von der Anklagebehörde.

 Einige Tatverdächtige sagten den Ermittlern laut Staatsanwaltschaft, die Frau sei mit dem Sex einverstanden gewesen, andere bestritten die Tat gänzlich. Ermittlungen gegen drei weitere Tatverdächtige stellten die Behörden ein, weil sie ihnen keine Beteiligung an der Vergewaltigung nachweisen konnten.

 Weil drei der Angeklagten zur Tatzeit jünger als 21 Jahre alt waren, wird vor der Großen Jugendkammer verhandelt. Ob Jugendstrafrecht zur Anwendung kommt, werde im Prozess entschieden. Bei einer Verurteilung als Erwachsene sieht das Gesetz Haftstrafen von bis zu 15 Jahren vor.

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