Wer mit Pedelec oder E-Scooter unterwegs ist, lebt gefährlich. Das zeigt nicht nur die von Jahr zu Jahr steigende Zahl von Unfällen, in die diese Gefährte verwickelt sind. Auch illegales Tuning - also das unerlaubte Aufmotzen der Motoren - nimmt zu, wie Zahlen des Innenministeriums zeigen. Demnach fielen im vergangenen Jahr 363 manipulierte Pedelecs bei Verkehrskontrollen auf. Im Jahr davor waren es 291. Welche Rolle dies bei den Unfallursachen spielt, wird den Angaben zufolge nicht erhoben.
Die Polizei habe das Thema im Blick und berücksichtige dies, wenn es um die «tägliche Kontrollpraxis» gehe, so eine Ministeriumssprecherin. «Derartige technische Veränderungen bringen erhebliche und schwer kalkulierbare Risiken für die Nutzerinnen und Nutzer mit sich, was wiederum die Wahrscheinlichkeit für schwere Unfallfolgen erhöht.» Die Zahl der Kontrollen werde stetig erhöht.
Tuning per Fingertipp
Statistiken zur Zahl getunter E-Roller werden demnach bisher nicht erhoben. Allerdings berichtet so manches Polizeipräsidium von einer zunehmenden Problematik. «Nach polizeilicher Wahrnehmung werden bei Verkehrskontrollen immer mehr getunte E-Scooter festgestellt», heißt es von Seiten der Polizei Mannheim. Das Tunen erfolge dabei oftmals ganz schlicht über die Scooter-App im Mobiltelefon, bei der man letztendlich nur einen Haken setzen/Regler verschieben müsse. «Wir wissen: Tuning findet statt und es gibt kein Unrechtsbewusstsein», sagte Andreas Tschürtz von der Landesverkehrswacht.
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