Sanierung des Stuttgarter Opernhauses
Das Opernhaus in Stuttgart ist stark sanierungsbedürftig. Wie genau die Sanierung aber ablaufen soll, ist strittig. (Archivbild)
Bernd Weißbrod/dpa
Landtag von Baden-Württemberg
SPD-Fraktionschef Sascha Binder findet, Ballett und Oper könnten während der Sanierung aus durchs Land touren. (Archivbild)
Christoph Schmidt/dpa
Baden-Württemberg
Große Tournee - So will die SPD bei der Oper sparen

Aus Sicht der SPD-Fraktion im baden-württembergischen Landtag kann man sich den Bau eines teuren Ausweichgebäudes für die Sanierung der Stuttgarter Oper sparen. Stattdessen schlägt die Fraktion vor, Oper und Ballett während der Sanierungszeit auf große Baden-Württemberg-Tournee zu schicken. «Wir möchten die Künstlerinnen und Künstler auf eine Tour durch Baden-Württemberg schicken, um die zahlreichen Bühnen zu bespielen», sagte Fraktionschef Sascha Binder der Deutschen Presse-Agentur. 

Binder sieht gleich mehrere Vorteile dieser Lösung. So könnten damit neue Zielgruppen in den Genuss der Weltklasse der Stuttgarter Künstler kommen. Außerdem bekämen das Stuttgarter Ballett und die Stuttgarter Oper so auch neue künstlerische Impulse durch die Zusammenarbeit mit anderen Theatern. 

Außerdem sieht die SPD massives Einsparpotenzial bei den Plänen zur Sanierung der Staatsoper. Die Fraktion will etwa den Bau eines geplanten Übergangsgebäudes komplett streichen. Dieses Interimsgebäude soll eigentlich als Ausweichquartier für Ballett und Oper dienen, während die eigentliche Oper umfassend saniert wird - ein Vorhaben, das dringend notwendig ist. 

Littmann-Bau muss dringend saniert werde

Der 1911 eröffnete Littmann-Bau neben dem Landtag ist in einem stark renovierungsbedürftigen Zustand. Zuletzt hatten Land und Stadt Stuttgart angekündigt, die Pläne für das Interimsgebäude deutlich abspecken zu wollen und die Kosten so auf maximal 289 Millionen Euro drücken zu wollen. 

Aus Sicht der SPD soll auf das Ausweichgebäude verzichtet werden - auch aus finanziellen Gründen. Eine offizielle Schätzung, wie hoch die Kosten für die gesamte Sanierung ausfallen, gibt es derzeit nicht. 2019 ging man bei einer Berechnung von rund einer Milliarde Euro aus. Binder geht eher von zwei Milliarden aus. «Das ist in diesen Zeiten einfach zu viel Geld», sagt der Fraktionschef. 

Angesichts der wirtschaftlichen Lage, einem Jobverlust in der Industrie und zurückgehenden Steuereinnahmen könne man sich das nicht mehr leisten. «Der Littmann-Bau muss deshalb ohne Interim und ohne Kreuzbühne im Bestand und bei laufendem Betrieb saniert werden.» Das mache das Land bei eigenen Gebäuden häufig. So würden etwa Polizeireviere trotz Belastungen für die Mitarbeiter im laufenden Betrieb saniert. Das müsse auch bei Kulturgebäuden möglich sein, heißt es in einem Positionspapier der Landtagsfraktion.

© dpa-infocom, dpa:260730-930-457897/1

VG WORT Zählmarke