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Großeinsatz: Punks versuchten, in "Substage" einzudringen.
Großeinsatz: Punks versuchten, in "Substage" einzudringen © Symbolbild dpa
© Symbolbild: Seibel
11.10.2012

Großeinsatz: Punks wollen in Substage eindringen

Karlsruhe. Mit einem starken Aufgebot hat die Polizei am Mittwochabend gegen 21.50 Uhr den Versuch einer aus etwa 60 zumeist unter erheblicher Alkoholeinwirkung stehenden Punks unterbunden, in das „Substage“ auf dem ehemaligen Schlachthofgelände einzudringen.

In den Räumlichkeiten fand zu diesem Zeitpunkt ein von rund 300 Personen besuchtes friedliches Konzert einer Altpunkband statt.

Bei ihrem Versuch, ohne die Entrichtung von Eintrittsgeld in den Veranstaltungsraum zu gelangen, wurden zwei eingesetzte Ordner durch Flaschenwürfe leicht verletzt, zudem richteten sie im Eingangsbereich und an der Leuchtreklame Sachschäden an.

Bei der Festnahme der teilweise überaus widersetzlichen Personen mussten von der Polizei auch Pfefferspray und Hiebwaffen eingesetzt werden. Verletzungen wurden weder auf Seiten der Punks noch der Polizei bekannt. So mussten die vorsorglich bereitgestellten Rettungskräfte lediglich einen Konzertbesucher versorgen, der sich offenbar im Streit mit einem anderen den Ellenbogen ausgerenkt hatte.

Im Laufe des späten Abends beziehungsweise der ersten Stunden des Donnerstages kamen sämtliche festgehaltenen Personen wieder auf freien Fuß. In 71 Fällen sprach die Polizei Platzverweise aus, die in der Folge allesamt befolgt wurden. Gegen die Personen wurden überdies bis einschließlich Sonntagabend geltende Aufenthaltsverbote für den innerstädtischen Bereich ausgesprochen.

Bereits am späten Nachmittag und in den früheren Abendstunden hatten sich rund 60 Punks, darunter auch mehrere junge Frauen, auf dem Messplatz eingefunden und sich friedlich niedergelassen. Dabei wurden von den allermeisten größere Alkoholmengen konsumiert.

Ein vom Alkohol deutlich gezeichneter Punker wurde am frühen Abend festgenommen, nachdem er auf Höhe des Messplatzes den Schienenbereich betreten und eine Straßenbahn zur Notbremsung gezwungen hatte. Durch das Manöver war aber glücklicherweise niemand zu Schaden gekommen.

Dessen ungeachtet wird sich der junge Mann wegen einer Gefährdung des Schienenverkehrs strafrechtlich verantworten müssen.

Weitere zehn Punks müssen mit Strafanzeigen unter anderem wegen Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz, wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte, Beleidigung und Sachbeschädigung rechnen.

Hintergrund für das verstärkte Auftreten der Punks war ein von Unbekannten ins Internet eingestellter Aufruf zu einem Punkertreffen in Karlsruhe.

Die Polizei hatte sich auf diese Ankündigung eingestellt und war am Abend sowie in der Nacht mit starken Kräften im Einsatz. Außerhalb des Bereiches um den ehemaligen Schlachthof wurden im Zusammenhang mit den Punkern keine weiteren Ordnungsstörungen verzeichnet.

Auch in den kommenden Tagen wird die Polizei im Stadtgebiet verstärkt präsent sein und den mit dem Punkertreffen angestrebten Störungen durch konsequentes Einschreiten den Boden entziehen.